Stadt Luzern prüft Absturzsicherheit von Geländern

GEFAHR ⋅ Geländer entlang der Reuss oder über Brücken müssen nicht nur schön sein, sondern auch Schutz bieten. Die Stadt klärt ab, wo nachgebessert werden muss – dabei redet auch der Denkmalschutz mit.
12. Oktober 2017, 05:00

Die Stadt Luzern unterhält in ihrem öffentlichen Raum zahlreiche Brücken, Unterführungen und Mauern. An diesen ist meist auch ein Geländer angebracht. Entlang der Reuss, am Quai, auf Strassen und auf Brücken: Geländer gibt es in unterschiedlichsten Ausführungen. Ob schön verziert oder schlicht und nüchtern – sie dienen in erster Linie der Absturzsicherung. Wie gut die einzelnen Geländer diesen Zweck erfüllen – das will die Stadt jetzt untersuchen lassen.

Das städtische Strasseninspektorat ist deshalb zurzeit daran, eine Bestandesaufnahme zu machen. Gemäss Strasseninspektor Thomas Schmid sind die Anforderungen an die Geländer je nach Standort unterschiedlich. Ein Geländer entlang der Reuss etwa muss andere Qualitäten aufweisen als ein Geländer bei einem stehenden Gewässer. Und dort, wo viele Kinder unterwegs sind, braucht es zusätzliche Schutzelemente.

«Noch keine Vorfälle gemeldet»

Wie lange die Abklärungen dauern werden, ist zum heutigen Zeitpunkt noch nicht abschätzbar. «Sind einmal alle Geländer erfasst, wird über die zu treffenden Massnahmen diskutiert und anhand dieser Angaben ein Massnahmenkatalog mit Prioritäten erarbeitet», sagt Schmid. Einen Teil dieser Arbeit macht das Strasseninspektorat selber vor Ort. Teilweise werden auch externe Fachspezialisten zugezogen.

Jedes Geländer wird situativ beurteilt, je nachdem, wo es angebracht ist. «Die Wahl der Absturzsicherung ist abhängig vom Charakter der Umgebung so­wie vom Fussgänger- und leich­ten Zweiradverkehr», erläutert Schmid. Und die Sicherheit an fliessenden Gewässern sei anders zu beurteilen als an stehenden Gewässern. Im urbanen Bereich und an Orten, wo sich viele Kinder aufhalten, sind geschlossene Geländer, etwa mit Gitterabdeckung, zwingend. Auch in Gebieten mit Bauten und Anlagen für Wohn-, Gewerbe-, Geschäfts- und Vergnügungszwecke sowie in Bereichen mit viel Tourismus werde ein hohes Sicherheitsniveau bezüglich der Absturzsicherheit erwartet, erklärt Schmid und fügt an: «Bisher sind uns noch keine Vorfälle gemeldet worden. Doch die Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber Absturzereignissen ist gering.»

In Ortsbildschutzzonen «Interessenabwägung»

In der Stadt Luzern gibt es unterschiedliche Typen von Geländern, darunter einige mit prägender stadträumlicher und landschaftlicher Wirkung. Befindet sich ein Geländer, das aus Sicherheitsgründen nachgebessert werden muss, in einer Ortsbildschutzzone wie zum Beispiel in der Kernstadt, könne man dieses aber nicht einfach auswechseln, sagt Thomas Schmid: «Hier gilt es eine Interessenabwägung zu machen.» Dabei werde auch der Denkmalschutz konsultiert. «Optimalerweise fügen sich Geländer und Absturzsicherungen gestalterisch schön in die Umgebung ein und schützen gleichzeitig vor Absturz».

 

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch


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