Hecht bringen den Saal zum Kochen

ANDERMATT ⋅ Die Schweizer Band Hecht hat am Freitagabend am Festival Andermatt Live als Hauptact gespielt. Dabei erfreute sich das Publikum am hautnahen Kontakt mit den Musikern.
19. März 2017, 17:55

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Mit einer Rock-’n’-Roll-Party ging am Samstagabend das Musikfestival Andermatt Live zu Ende. Die Band Jetbone aus Schweden hat ihre Wurzeln im Southern Rock. Die Musiker brachten mit ihrem groovigen, funkigen Sound das Publikum in der Aula des Bodenschulhauses nochmals zum Tanzen. Bei Andermatt Live spielten an zwei Abenden knapp 20 Bands auf vier Bühnen (siehe Box).

Fast kein Durchkommen gab es in der Aula zeitweise am Freitagabend. Die Schweizer Band Hecht zündete mit Hits wie «Adam und Eva», «Brisago» und «Charlotta» ein wahres Feuerwerk. Das Publikum reckte die Hände in die Höhe und sang lautstark mit. «Weg diir machi d Auge nümme zue bim Küsse. Charlotta hau mol ab us mir Fantasie», sang Buck. Zeilen wie diese bringt man nicht mehr aus dem Kopf.

Die Musiker tanzen in der Menge

Irgendwie schaffte es das Publikum, trotz Gedränge eine Gasse durch die Menge zu bilden, damit die Musiker kurz im Saal tanzen konnten. Daniel Gisler, Keyboarder mit Urner Wurzeln, drehte sogar seine Runden im Saal. Mit der starken Bühnenpräsenz hatten die Musiker das Publikum schnell auf ihrer Seite.

Die fünf machen schon lange Musik. Richtig eingeschlagen hat es aber erst vor rund einem halben Jahr. Nun füllen sie auch die grossen Säle. Da ist ein Auftrittsort wie die Aula in Andermatt fast schon zu klein. Die Musiker sind aber auf dem Boden geblieben. Das wird beim Medientermin mit Sänger Stefan Buck und Bassist Philipp Morscher (beide 36) schnell klar. Der Erfolg hat auch seine negativen Seiten, wie Morscher durchblicken lässt. «Das Ganze ist auch zu einer Belastung geworden, denn wir bewältigen alles neben unseren Jobs.» Spass mache es trotzdem immer noch, auf der Bühne zu stehen. «Die Konzerte sind das Tollste an der Arbeit als Musiker», sagt Buck.

Von der Jugendherberge zum Luxushotel

In Andermatt gab es noch eine andere Annehmlichkeit. «Wir haben lange nach Konzerten irgendwo im Schlafsack oder in schlechten Jugendherbergen übernachtet», so Buck. «Jetzt sind wir im Luxushotel The Chedi in Andermatt angekommen.» Und beide können es kaum glauben, wie gross und üppig eingerichtet ihre Hotelzimmer sind.

Zurzeit sind Hecht dabei, neue Lieder für ihr drittes Album zu schreiben. Erscheinen soll es Ende Jahr oder Anfang 2018. Ein guter Popsong sei ein Mix aus vielen Faktoren wie Rhythmus, Melodie und Text, verrät Buck. «Die Leute müssen sich mit dem identifizieren können, was wir singen.» Das sei extrem wichtig, da man die Texte verstehe. Früher sang Buck englisch. Heute will er aber in der Sprache singen, in der er denkt. «So kann ich am besten ausdrücken, was ich genau sagen will.»

Eine goldene Schallplatte, die es in der Schweiz für 10000 verkaufte Alben und Downloads gibt, haben Hecht noch nicht. Früher spielten die Bands Konzerte, um ein neues Album zu verkaufen, so Morscher. «Heute ist die CD ein Werbeinstrument für die nächste Tour.» Um Geld zu verdienen, müsse man live spielen. Mit dem CD-Verkauf könne man kaum noch die Produktionskosten decken. Dafür ist der Hecht-Hit «Charlotta» über eine Million Mal auf Youtube aufgerufen worden. Und nach dem Konzert in Andermatt dürften ein paar Klicks dazugekommen sein.

  • Jetbone (© Urs Hanhart)
  • Lugares Vivos (© Urs Hanhart)
  • Die Band Hecht tanzt mit dem Publikum. (© Urs Hanahrt)

Hecht, Lugares Vivos, Jesper Munk, Marius Bär, Jetbone, Memory of an Elephant: Das Festival Andermatt live erfreute sich grosser Beliebtheit.


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