Skistar: Beteiligung in Andermatt bleibt offen

ANDERMATT ⋅ 48 Millionen haben Bund und Kantone der Skiarena zugesichert. Dennoch gibt die schwedische Firma Skistar kein grünes Licht.
06. Juni 2013, 14:52

In einer ersten Phase kostet der Bau der Skiarena zwischen Andermatt und Sedrun 134,6 Millionen Franken. Davon tragen der Bund sowie die Kantone Uri und Graubünden insgesamt 48 Millionen (siehe unsere Zeitung gestern). Die Randregion steht in Zukunft vor besonderen Herausforderungen. Deshalb wird die Unterstützung auf nationaler Ebene gutgeheissen. Trotzdem ist eine Beteiligung des schwedischen Skigebietsbetreibers Skistar am Sawiris-Resort in Andermatt ungewiss.

Baubewilligung als Etappenziel

«Ich habe die Umsetzung des Projekts nie von Subventionen abhängig gemacht», sagt Bo Halvardsson, technischer Direktor von Skistar. «Ich empfinde die Unterstützung der Schweiz aber als positiv.»

Noch immer fehlt die Baubewilligung. Laut Markus Berger, Sprecher von Andermatt Swiss Alps (ASA), sei das Genehmigungsverfahren bis zum Herbst 2013 abgeschlossen. Das Ziel sei sportlich, aber machbar. Wie eine mögliche finanzielle Beteiligung von Skistar in Zukunft aussehen könnte, will Halvardsson derzeit nicht verraten. «Erst wenn die Baubewilligung vorliegt, sind konkrete Diskussionen in diese Richtung sinnvoll. Ich bin überrascht, wie lange diese bürokratischen Prozesse in der Schweiz dauern.» Bis vor zwei Jahren glaubten die Projektinitianten, sie könnten im Frühjahr 2012 bauen. Doch dieser ursprüngliche Termin hat sich seither stetig nach hinten verschoben. «In Schweden bekommt man eine vergleichbare Genehmigung dreimal schneller.»

Marktlage hat geändert

In der Schweiz herrscht seit den ersten Gesprächen zwischen ASA und Skistar über die Zusammenlegung und den gemeinsamen Aufbau der Gebiete Andermatt und Sedrun eine veränderte Marktlage. Die Weltwirtschaftskrise sei erst später gekommen, so Halvardsson. Für den Schweden gibt es aber noch immer Punkte, die für den Standort Andermatt sprechen. Im Vergleich mit anderen Ländern funktioniere der Schweizer Finanzplatz gut. Zwar gehe es lange, bis eine Bewilligung vorliege. «Wenn dann aber sämtliche bürokratischen Hürden genommen sind, kann ein Bauvorhaben mit hundertprozentiger Sicherheit durchgeführt werden.» Neben Andermatt gibt es für Skistar aber noch weitere interessante Märkte. «Als drittgrösster Skigebietsbetreiber weltweit gibt es diverse mögliche Investitionsgebiete», erklärt Halvardsson. «In Andermatt stimmt insgesamt die Hardware.» Das Gebiet ist sehr schneesicher. Die Topografie ist sehr steil, und das Lawinenrisiko ist an vielen Stellen gross. Trotzdem können genug flache Pisten gebaut werden. «Das haben unsere Experten bereits im Februar 2011 geklärt», so der technische Direktor.

Keine Beteiligung am Sportcenter

Sicher ist: Falls Skistar am Sawiris-Projekt mitmacht, dann nur im Bereich Lift und Pisten. Eine Beteiligung am Sportcenter oder an den Hotels steht ausser Frage. Skistar besitzt allerdings weltweit 70 Restaurants. Diese verpachte die Firma aber an Dritte, so Halvardsson.


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