Neuer Wohnraum soll entstehen

GURTNELLEN ⋅ Vor mehr als sechs Jahren brannte das «Bahnhöfli» nieder. Nun soll an gleicher Stelle ein Mehrfamilienhaus entstehen – in erster Linie für Angestellte des Sawiris-Resorts in Andermatt.
09. Januar 2018, 05:00

Elias Bricker

elias.bricker@urnerzeitung.ch

In der Nacht vom 29. auf den 30. August 2011 brannte das ehemalige Restaurant Bahnhöfli in Gurtnellen Wiler komplett aus. Rund hundert Feuerwehrleute standen die ganze Nacht im Einsatz. Die Häuser in der Nachbarschaft mussten evakuiert werden. Zudem verletzten sich fünf Personen. Sie erlitten Rauchvergiftungen oder Sturzverletzungen. Denn zwei Personen stürzten sich sogar aus den Fenstern im zweiten Stock.

Das Ereignis ist nun mehr als sechs Jahre her. Kurz nach dem Brand fuhren beim Bahnhof in Gurtnellen Bagger auf. Sie zerrten das komplett ausgebrannte und einsturzgefährdete Haus ab. Seither klafft im Wiler eine grosse Baugrube – ein Loch in der Häuserzeile, das die Betrachter immer wieder an die Brandnacht im August 2011 erinnert.

Mehrfamilienhaus soll entstehen

Dies soll sich nun endlich ändern: Die Baugrube wird nämlich bald verschwinden. Anstelle des «Bahnhöfli» soll ein neues Gebäude gebaut werden. Geplant ist ein Mehrfamilienhaus mit verschiedenen kleineren Wohnungen. Hinter dem Projekt steckt gemäss Bauplanauflage, die am 8. Dezember 2017 im Urner Amtsblatt publiziert war, die Etinelli AG (Jost Hermann, Gotthardlistrasse 31, Ennetmoos). Momentan ist der Neubau entsprechend profiliert.

«Rein äusserlich dürfte der geplante Neubau aussehen wie das alte ‹Bahnhöfli›», sagt Gemeindepräsident Karl Walker auf Anfrage unserer Zeitung.

Den Gemeindepräsidenten freut es auf jeden Fall, dass am Standort des ehemaligen «Bahnhöfli» jetzt endlich etwas geht: «Ich bin froh, dass das Dorfbild wieder einen anderen Charakter erhält», so der Gurtneller Gemeindepräsident. Die Gemeinde begrüsse es zudem, dass am Bahnhofplatz nun wieder Leben einkehre. «Kleine Wohnungen gibt es zudem in unserer Gemeinde nur wenige.»

Auch Wohnraum für Sawiris-Angestellte

In den neuen Wohnungen werden sich aber dereinst wohl nicht unbedingt Einheimische einmieten. Im Neubau sollen vielmehr Arbeiter des Tourismusresorts von Samih Sawiris in Andermatt untergebracht werden. Denn längst ist klar, dass nicht alle Angestellten im Urschner Hauptort Wohnsitz nehmen können. Stattdessen sollen diese in den nahe gelegenen Gemeinden Hospental, Realp sowie Göschenen, Wassen und Gurtnellen Wohnsitz nehmen. «Wir sehen das Projekt als grosse Chance für unsere Gemeinde», sagt Walker gegenüber unserer Zeitung.

Das «Bahnhöfli» in Gurtnellen Wiler sorgte übrigens in den Jahren vor dem verheerenden Brand vom August 2011 immer wieder für Gesprächsstoff. Einheimische bezeichneten das mehrstöckige Haus damals scherzhaft als «Streichelzoo». Denn im Zuge der Entstehung der Neat-Baustellen im Urner Talboden wurde im Gebäude damals eine Kontaktbar sowie ein dazugehöriges Etablissement betrieben.


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