Abstimmung
Die Junge Mitte Uri ist für Stimmrechtsalter 16

Die Urner Jungpartei hat kürzlich ihre Parolen zur Abstimmung vom 26. September gefasst. Ein Ja gibt's zur «Ehe für alle», die 99-Prozent-Initiative wird abgelehnt.

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Am Freitag traf sich die Junge Mitte Kanton Uri, um die Parolen für die kommenden Abstimmungen vom 26. September zu fassen. Zur Diskussion standen zwei eidgenössische und drei kantonale Vorlagen. Zu Beginn befassten sich die anwesenden Parteimitglieder mit der 99-Prozent-Initiative der Juso. Während der Diskussion sei festgestellt worden, dass «die sehr ungleiche Verteilung des Vermögens tatsächlich ein Problem darstellt, aber die Initiative viele Gefahren birgt», heisst es in einer Mitteilung der Jungen Mitte. Besonders ein möglicher Rückgang von Investitionen in Start-ups und andere Kleinunternehmen war ein Hauptkritikpunkt. Deshalb wurde im Anschluss die Nein-Parole gefasst.

Bei der Vorlage über die «Ehe für alle» waren sich alle Personen schnell einig, dass dies heute eigentlich bereits eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Auch sieht die Junge Mitte Uri keine Probleme, wenn ein Kind bei gleichgeschlechtlichen Eltern aufwachsen sollte. Für eine glückliche Kindheit seien Liebe, Zuwendung und Aufmerksamkeit durch die Eltern notwendig. «Diese Attribute können homosexuelle Paare genauso erbringen wie heterosexuelle Paare», so die Jungpartei. Die vorhandenen Hürden sollen für homosexuelle Paare mit Kinderwunsch abgebaut werden. Deshalb empfiehlt die Jungpartei ein deutliches Ja.

Kein Linksrutsch befürchtet

Das Stimmrechtsalter 16 sorgt im Kanton Uri momentan für viel Gesprächsstoff. Die Junge Mitte Uri stellt sich jedoch klar hinter dieses Anliegen. Einige Parteimitglieder können momentan noch nicht abstimmen, zeigen aber immer wieder klar, dass sie dafür reif genug seien. Auch mangelndes Interesse könne ihnen nicht zugesprochen werden. Vor allem aber möchte die Jungpartei politisch interessierten Jugendlichen die Möglichkeit geben, dass sie sich noch aktiver am politischen Geschehen beteiligen können. Auch befürchteten die Parteimitglieder keinen Linksrutsch durch die dazukommenden Stimmen. Es habe sich in mehreren Studien klar gezeigt, dass die Angst der rechten Seite unbegründet sei, dass alle Jungen links wählen. Die Junge Mitte Kanton Uri wünscht sich, dass die Urner Bevölkerung an die Jugend glaubt und ihnen diese Chance ermöglicht wird. Ebenfalls empfiehlt die Jungpartei jeweils ein Ja beim Kulturförderungsgesetz und beim Publikationsgesetz. (pd/RIN)