Altdorf
160 Mitwirkende bringen Magie des Broadways nach Uri

Das symphonische Grossprojekt Trievent begeisterte das Publikum im Theater Uri – und das gleich dreimal vor ausverkauften Rängen.

Markus Zwyssig
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Eindrückliches Bild auf der Bühne im Theater Uri: 160 Mitwirkende machen die drei Trievent-Konzerte für das Publikum zu einem besonderen Erlebnis.

Eindrückliches Bild auf der Bühne im Theater Uri: 160 Mitwirkende machen die drei Trievent-Konzerte für das Publikum zu einem besonderen Erlebnis.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 2. Dezember 2022)

Imposant war es fürs Auge: Auf der grossen Bühne des Theaters Uri war der Platz knapp. 160 Musikerinnen und Musiker sowie Sängerinnen und Sänger machten beim Urner Grossereignis Trievent mit. Und noch viel imposanter war der gewaltige Klangkörper für die Ohren. Rolf Sommer, der durch den Abend führte, sprach von «symphonischem Gigantismus». Der Urner Musicaldarsteller war nicht nur Moderator mit verschmitztem Humor, sondern stand auch als Sänger im Rampenlicht.

Michel Truniger dirigierte als Gesamtleiter die 160 Männer und Frauen auf der Bühne. Alexandra Bissig war als Konzertmeisterin tätig. Christian Zgraggen leitete das Streichorchester. Aaron Tschalèr war für den Gesang des für Trievent zusammengestellten Projektchors zuständig. Beeindruckend war diesmal insbesondere der Solochor, der wie das Orchester von Profis verstärkt wurde.

Michel Truniger dirigierte insgesamt 160 Musikerinnen und Musiker sowie Sängerinnen und Sänger.

Michel Truniger dirigierte insgesamt 160 Musikerinnen und Musiker sowie Sängerinnen und Sänger.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 2. Dezember 2022)

Hausarrangeur staunt, dass ein solches Grossprojekt in Uri möglich ist

Im Publikum sass am Freitagabend auch Hansjörg Römer. Er hat zahlreiche Stücke des Konzertprogramms arrangiert. In Urner Musikerkreisen ist er alles andere als ein Unbekannter. Über seine Mutter hat er selber Urner Wurzeln. Nicht nur für Trievent, auch für Projekte der Theatergruppe Eigägwächs und fürs Hausorchester des Theaters Uri hat er schon gearbeitet. Weil er viele der Mitwirkenden bei Trievent zum Teil schon seit vielen Jahren kennt, meinte er nach dem Konzert:

«Die Arbeit ist für mich fast schon ein Heimspiel, das ich sehr geniesse.»

Michel Truniger bezeichnet ihn denn auch als Hausarrangeur des Theaters Uri.

Hansjörg Römer meinte, er staune, wie das Urner Kulturhaus ein derartiges Grossprojekt finanziell stemmen könne. «Zum Gelingen braucht es alle, vor allem auch viele Freiwillige. Und vor allem braucht es einen riesigen Einsatz und das Vertrauen aller Verantwortlichen, die an den Erfolg des Projekts glauben», gab sich Hansjörg Römer überzeugt.

Der Chor wurde diesmal durch einen Solochor mit zahlreichen beeindruckenden Stimmen verstärkt.

Der Chor wurde diesmal durch einen Solochor mit zahlreichen beeindruckenden Stimmen verstärkt.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 2. Dezember 2022)

Alle zeigen grosse Spiel- und Singfreude

Geboten wurden an den drei Konzerten Trouvaillen aus dem Archiv, aber auch viele neu arrangierte Stücke aus Musicals und Filmen. Mit dem grossen Urner Musikspektakel war dieses Wochenende im Theater Uri tatsächlich etwas von der Magie des New Yorker Broadways zu spüren. Und dazu trug die spürbare grosse Spiel- und Singfreude aller Mitwirkenden wesentlich bei.

Ein besonderes Erlebnis waren die zwei Broadway-Ouvertüren im Original, eine von Leonard Bernstein und eine von George Gershwin. Michel Truniger nutzte die Gelegenheit, wie er im Interview mit unserer Zeitung verriet, das Orchester in diesem grossen Kontext spielen zu lassen. Dies geht im Kanton Uri zurzeit nur bei Trievent, weil das Engagement eines grossen Orchesters nicht zuletzt eine Frage des Geldes ist. Und vor allem braucht es dazu neben den Profis ganz viele Laienmusikerinnen und -musiker, die sich enorm engagieren und viel Zeit ins Üben investieren.

Zu hören gab es auch zwei Broadway-Ouvertüren im Original, eine von Leonard Bernstein und eine von George Gershwin.

Zu hören gab es auch zwei Broadway-Ouvertüren im Original, eine von Leonard Bernstein und eine von George Gershwin.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 2. Dezember 2022)

Das Publikum jedenfalls war begeistert vom Gebotenen. Es bedankte sich mit viel Applaus und sogar mit Standing Ovations für das grosse Musikereignis und den Hörgenuss.