Altdorf
Chor Uri schwelgt mit dem Publikum in magischen Märchen-Momenten

Der Chor Uri gibt im Theater Uri drei Konzerte. Nach einer langen Probenzeit ist Dirigent Matthias Maria Kunz gespannt, wie die Songs aus den Film-Märchen beim Publikum ankommen.

Markus Zwyssig
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Der Chor Uri verspricht dem Publikum an drei Konzerten im Theater Uri «Magic Moments».

Der Chor Uri verspricht dem Publikum an drei Konzerten im Theater Uri «Magic Moments».

Bild: PD

Für Matthias Maria Kunz sorgten die Gutenachtgeschichten in der Kindheit jeweils für magische Momente. «Damals gab es nichts Eindrücklicheres, als wenn der Grossvater die Lesebrille aufsetzte und mit schöner rauer Stimme ein Märchen erzählte», erinnert sich der 34-jährige Luzerner an längst vergangene Tage. Als Dirigent und Gesamtleiter des Chors Uri will er den Besucherinnen und Besuchern im Theater Uri nun einen Abend bieten, bei dem sie in die zauberhafte Welt der klassischen Film-Märchen eintauchen können. Zu hören gibt es unter anderem Songs aus Filmen wie Tarzan, Arielle, Aladdin, König der Löwen, Eiskönigin, Dschungelbuch oder Rapunzel.

«Die Musik der Zeichentrickfilme spielt sich immer auf einer sehr emotionalen Ebene ab», sagt Matthias Maria Kunz. «Und davon gibt es in der gegenwärtigen Zeit selten zu viel.» Das Publikum soll denn auch vor allem für eineinhalb Stunden dem Alltag entfliehen und in schönen Erinnerungen schwelgen.

Der einstige Gospelchor Uri feiert sein 25-Jahr-Jubiläum und nennt sich neu Chor Uri. «Damit ist musikalisch eine grössere stilistische Vielfalt möglich. Wir können Gospel singen, müssen aber nicht», gibt sich der Gesamtchorleiter überzeugt. «Das kommt mir entgegen, denn ich fühle mich stärker auf der Pop- als auf der traditionellen Gospel-Seite zu Hause.»

Matthias Maria Kunz dirigiert den Chor Uri. Er ist Gesamtleiter des Grossprojekts «Magic Moments».

Matthias Maria Kunz dirigiert den Chor Uri. Er ist Gesamtleiter des Grossprojekts «Magic Moments».

Bild: Markus Zwyssig (Altdorf, 18. Oktober 2022)

Chor Uri macht von A bis Z auf und neben der Bühne alles selber

Der Chor Uri zählt rund 50 Mitglieder, 40 Männer und Frauen machen beim aufwendigen Projekt mit. Matthias Maria Kunz hat viel Lob für die Mitglieder des Chors Uri übrig. «Allen liegt das Projekt sehr am Herzen.» Sie machen auf und neben der Bühne von A bis Z alles selber. Das Team des Theaters Uri steht ihnen aber mit Rat und Tat zur Seite. Einen Erfolg gibt es bereits vor dem ersten Konzert zu vermelden. Der Vorverkauf ist sehr gut gelaufen. Für Freitag und Sonntag gibt es fast keine Tickets mehr. Einzig für den Samstag sind noch mehrere Plätze frei.

Begleitet wird der Chor Uri von den Bandmitgliedern Daniel Geiser (Keys), Rafael Frei (Horns), Matteo Valentino (Drums), Thomas Horat (Bass) und Samuel Brunner (Guitar). Durch das Programm führt Nino Arnold. Bilder der Künstlerin und Grafikerin Carmen Lischer umrahmen die Szenerie auf der Bühne im Theater Uri.

Musik begleitete den Dirigenten schon in ganz jungen Jahren

Aber nicht nur mit Märchen, auch mit der Musik kam Matthias Maria Kunz von klein auf in Berührung. Seine Mutter hatte als ungarische Konzertpianistin am Wiener Opernhaus ihr Musikstudium abgeschlossen.
Mit 4 Jahren spielte Matthias Violine. In seiner Schulzeit in Weggis besuchte er 8 Jahre Klavierunterricht. Doch dann kam die Zeit, als ihn Pop, Rock und Punk mehr als Klassik interessierte und so begann er, Gitarre zu spielen. In seiner ersten Band, die sich der Punkmusik verschrieben hatte und in der er auch Sänger war, gab er über 250 Konzerte in ganz Zentraleuropa. Doch irgendwann wollte er mehr Musik komponieren und Texte schreiben. So veröffentlichte er sein erstes Soloalbum unter dem Künstlernamen «Noan». Bekannt wurde dabei vor allem der Song «Heb di fescht».

Nach einer entsprechenden Ausbildung wandte sich Matthias Maria Kunz vermehrt der Chormusik zu. Dabei lernte er auch den Kanton Uri und die Menschen, die hier leben, besser kennen. Seit September 2016 dirigiert er den Kirchenchor Spiringen, mit dem 2017 das 100-jährige Bestehen sehr erfolgreich gefeiert wurde. Im November 2018 durfte er den Gospelchor Uri als Dirigent übernehmen. Den Chor hat er lieb gewonnen. «Die Sängerinnen und Sänger sollen sich wohlfühlen», sagt er. Als Dirigent versucht er aber auch, das Potenzial optimal einzusetzen. «Im Chor machen sehr talentierte Laien mit.» Aber schliesslich brauche es alle und jede und jeder habe Qualitäten, die zum Gesamterfolg beitragen. Der Teamgeist sei hervorragend. «Jeder steht für jeden ein und springt in die Bresche, wenn es nötig ist.»

Hinweis: Der Chor Uri lädt am Freitag und Samstag jeweils um 20 Uhr sowie am Sonntag um 17 Uhr zu «Magic Moments» ein. Weitere Infos gibt es unter www.choruri.ch.