Cross-Country
Linda Indergand kämpft an der EM in München mit dem aufgeweichten Boden und fährt auf den 9. Rang

Beim Cross-Country-Rennen im Olympiapark in München haben die Schweizerinnen eine Medaille verpasst. Linda Indergand beendet das Rennen als Neunte. Starker Regen setzte der Strecke zu.

Josef Mulle
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Linda Indergand fährt auf der aufgeweichten Strecke durch den Münchner Olympiapark.

Linda Indergand fährt auf der aufgeweichten Strecke durch den Münchner Olympiapark.

Bild: PD

Die Bikestrecke im Olympiapark in München wurde eigens für die anstehenden Europameisterschaften gebaut und erhielt im Vorfeld viel Lob von Experten. Sie versprach zudem spektakuläre und vor allem schnelle Rennen. Insbesondere bei den Frauen war aber alles anders. Starker Regen hatte den Kurs aufgeweicht. Die EM-Veranstaltung glich einem Radquerrennen, da die Fahrerinnen ihre Velos durch Schlamm und Sand steuern mussten. Der künstlich angelegte Rock-Garden wurde aus Sicherheitsgründen gar aus dem Wettbewerb genommen.

Die Schweizer Bikewelt wurde zudem kurz vor Beginn der Cross-Country-Rennen von der Bekanntgabe einer vorläufigen Sperre eines ihrer Aushängeschilder, dem Medaillenanwärter Mathias Flückiger, erschüttert. Das Rennen der Herren fand bei besseren Bedingungen statt. So konnte der «Schaden» durch die Bronzemedaille von Filippo Colombo in Grenzen gehalten werden.

Die Schweizerinnen fahren bei strömendem Regen am Podest vorbei

Bei den Frauen aber kam es knüppeldick. Sie mussten sich von Beginn an mit strömendem Regen und einem Kurs, der sich mehr und mehr in Schlamm auflöste, auseinanderzusetzen. Am zurecht mit dem schwierigen Untergrund kamen die Französinnen. Loana Lecomte und Pauline Ferrand Prevot feierten einen Doppelsieg.

Linda Indergand, als Schnellstarterin im Schweizer-Team bekannt, glückte die Startphase in München optimal. Nach einem Ausrutscher fiel sie jedoch zu Boden und verlor dabei den Anschluss an die Spitze. Die Urner Bikerin zeigte sich mit dem 9. Platz dennoch zufrieden. «Mir haben vielleicht die Regenrennen von Übersee (Weltcups in USA und Kanada) etwas gefehlt, um das Gefühl für die herrschenden schmierseifigen Bodenverhältnisse zu haben. Dennoch war es ein Erlebnis, in diesem geschichtsträchtigen Park mit zahlreichen Zuschauern zu fahren», so das Fazit von Linda Indergand.

Jolanda Neff, die sich lange Zeit auf Bronzekurs befand, wurde von der Niederländerin Anne Terpstra noch abgefangen. Neff belegte als beste Schweizerin den vierten Platz, gefolgt von Alessandra Keller und Sina Frei, die auf die Ränge sechs und sieben fuhren.