Elektrizität
EWA Energie Uri erhöht den Strompreis deutlich

Kommendes Jahr bezahlt ein durchschnittlicher Urner Haushalt rund 30 Prozent mehr für Strom. Gründe sind stark gestiegene Beschaffungskosten am Grosshandelsmarkt und höhere Abgaben an Swissgrid.

Martin Uebelhart
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Rund 10 Jahre lang habe EWA Energie Uri die Energiepreise stabil halten oder teilweise gar senken können. Nun sei aufgrund verschiedener Faktoren eine Erhöhung unumgänglich, schreibt das Energieunternehmen in einer Medienmitteilung. Für den typischen Jahresverbrauch eines Urner Haushaltskunden steige der Strompreis um rund 30 Prozent. Umgerechnet entspreche dies monatlich zirka 25 Franken. Mehrere Gründe, die ausserhalb von EWA Energie Uri lägen, führten laut der Mitteilung dazu: Seit Oktober 2021 seien die Energiepreise am Grosshandelsmarkt massiv angestiegen und hätten noch nie dagewesene Höchstwerte erreicht. Haupttreiber seien neben dem Krieg in der Ukraine unter anderem auch Nachwirkungen der Coronapandemie und eine tiefere Verfügbarkeit ausländischer Kraftwerke. Diese Preissteigerungen hätten bei EWA Energie Uri zu deutlich höheren Fremdenergiebeschaffungskosten im Winterhalbjahr geführt. Hinzu kämen die höheren Kosten für die Systemdienstleistungen der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid, die EWA Energie Uri weiterverrechnen müsse.

Das Kraftwerk Schächen.

Das Kraftwerk Schächen.

Bild: PD

«Diese Erhöhung ist in diesem Jahr aufgrund erheblich gestiegener externer Energiebeschaffungskosten leider unausweichlich. Jedoch verglichen mit dem aktuellen Grosshandelsmarktpreis ist unser Energiepreis dank unserer anteiligen Eigenproduktion und einer optimalen Bewirtschaftung immer noch sehr viel tiefer», wird Werner Jauch, Vorsitzender der Geschäftsleitung von EWA Energie Uri zitiert. Er betont: «Nur dank unserer stabilen internen Kostenbasis und unserer Eigenproduktion müssen wir die Preise aktuell nicht noch deutlicher erhöhen. Auch deshalb sind zukünftig weitere Investitionen in die lokalen Erneuerbaren Energien für uns von grosser Wichtigkeit.»

Abhängigkeit im Winterhalbjahr ist eine grosse Herausforderung

EWA Energie Uri verfolge diese Strategie bereits seit vielen Jahren: So habe EWA Energie Uri zusammen mit Partnern in den vergangenen 12 Jahren 12 neue Wasserkraftwerke gebaut, was einem Zubau von 117 Gigawattstunden erneuerbaren, CO2-freien Stroms aus Urner Wasserkraft entspreche. Werner Jauch hält fest: «Trotz diesem starken Zubau ist die Abhängigkeit vor allem im Winterhalbjahr immer noch eine grosse Herausforderung. Die von uns angestrebte Nutzung des Kraftwerks Lucendro ab 2025 würde helfen, diese Abhängigkeit merklich zu verringern, was sich wiederum positiv auf die Urner Stromversorgung auswirkt. Auch die Wasserstoffspeicherung kann mittelfristig dazu einen Beitrag leisten.»

Jauch hält auf Anfrage fest, dass EWA Energie Uri verschiedene Ideen für die Erweiterung des Anteils an erneuerbaren Energien habe, sei es Wind, Wasser oder alpine Fotovoltaik. «Seit 2009 erstellen wir regelmässig Potenzialstudien für diese Bereiche und wir haben diese eben erst wieder aktualisiert.» Die Ideen würden nun weiterentwickelt, so Jauch. Zu konkreten Projekten könne er zum heutigen Zeitpunkt noch nichts sagen.

Werner Jauch begrüsst die Investition Privater in eine Fotovoltaikanlage: «Wir ermuntern Interessentinnen und Interessenten jedoch immer, gleich das Gesamtsystem zu betrachten», sagt der Energie-Uri-Chef. Bei einem hohen Energieverbrauch könne eine Fotovoltaikanlage helfen. «Doch man sollte sich auch Gedanken machen, ob es sich lohnen könnte, die Heizung und auch die Wärmedämmung des Hauses zu erneuern.»

Neu führt EWA Energie Uri ab Oktober auch saisonale Preise ein. Das bedeutet, dass es zukünftig einen Preis für das Winterhalbjahr und einen für das Sommerhalbjahr geben wird. «Diese Einführung ermöglicht es, die Preise so zu gestalten, dass sie dem effektiven Kostenanfall besser entsprechen», zitiert die Mitteilung Iwan Imholz, Leiter Energievertrieb bei EWA Energie Uri.

Detaillierte Informationen zu den Stromprodukten und -preisen sind auf der Website www.energieuri.ch zu finden. Dort sind auch einfache Stromspartipps aufgeschaltet.