Energieversorgung
Wasserstoff als Energieträger: Uri prüft Möglichkeiten

Beim Energie-Apéro stand die Zukunft der Energieversorgung im Zentrum. Werner Jauch, Vorsitzender der Geschäftsleitung von EWA – Energie Uri, zeigte auf, dass eine Wasserstoffanlage in Bürglen entstehen könnte.

Markus Zwyssig
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Beim Energie-Apéro von EWA – Energie Uri durfte der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Werner Jauch (links), Christian Bach von der Empa begrüssen.

Beim Energie-Apéro von EWA – Energie Uri durfte der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Werner Jauch (links), Christian Bach von der Empa begrüssen.

Bild: PD

«Die Klimawende bedingt eine Energiewende, eine Mobilitätswende und eine Wärmewende», sagte Werner Jauch, Vorsitzender der Geschäftsleitung von EWA – Energie Uri (kurz: Energie Uri), am Donnerstagabend im Uristiersaal in Altdorf. «Dazu braucht es innovative Lösungen. Wasserstoff kann eine davon sein», gab er sich überzeugt. Wasserstoff eigne sich nicht nur für Transporte, sondern auch für Anwendungen in Gebäuden und im Notstrombereich. Das Thema Wasserstoff stand denn auch im Zentrum des Energie-Apéros, an dem über 120 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Verbänden und der Verwaltung teilnahmen.

Christian Bach, der bei der Forschungsanstalt Empa (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt) in Dübendorf als Abteilungsleiter Fahrzeugantriebssysteme tätig ist, zeigt auf, dass es im Strassenverkehr sehr unterschiedliche Bedürfnisse und Ansprüche gibt. Mit Elektromobilität lasse sich der Energiebedarf einer grossen Anzahl von Fahrzeugen abdecken. Es braucht aber auch synthetische Kraftstoffe für Lastwagen, die 1500 Kilometer ohne nachladen oder betanken fahren sollen. Als weitere Möglichkeit für Fahrzeuge, die grössere Distanzen zurücklegen, sieht Bach Wasserstoff als Energieträger.

Fotovoltaik in der Sahara könnte Energieverbrauch der ganzen Welt decken

«Auf der Welt gibt es kein Energieproblem», gab sich Bach überzeugt. «Wir haben, wenn wir alle Wüsten anschauen, viel mehr Energie zur Verfügung, als wir je brauchen werden.» Man müsste in der Sahara nur zehn Prozent der Fläche mit Fotovoltaik zubauen, «Dann könnte man den gesamten Energieverbrauch der Welt decken.» Dazu brauche es aber intelligente Verteil- und Speichersysteme.

Auch um die Schwankungen bei der Energiegewinnung auszugleichen, braucht es grosse Speicherkapazitäten. Dazu können die Elektrofahrzeuge beitragen. «Die grossen Stromüberschüsse, die wir mit der Fotovoltaik zwangsläufig produzieren, müssen wir in einen anderen Energieträger umwandeln können», so Bach. Das könnte Wasserstoff sein. Mit synthetischen Energieträgern, die in Wüstenregionen produziert werden, könnten die Stromlücken im Winter gedeckt werden.

Schliesslich braucht es auch negative CO2-Emissionen auf der ganzen Welt. «Wenn wir jetzt beginnen, Technologien zu entwickeln, können wir das auch exportieren und so dazu beitragen, dass nicht nur die Schweiz CO2-frei wird, sondern möglichst die ganze Welt», zeigte sich Bach hoffnungsvoll.

Beim Wasserstoff setzt Energie Uri auf Bürglen

«Strom wird zu einem Schlüsselenergieträger», sagte Werner Jauch. Gesamtenergielösungen würden zu einem zentralen Pfeiler in der Zukunft. «Um die Mobilitätswende zu schaffen, muss die Energie aus erneuerbaren Quellen stammen.»

Energie Uri macht sich Gedanken zur Nutzung von Wasserstoff. «Wir haben bereits vor ein paar Jahren damit begonnen, bei all unseren Kraftwerken zu analysieren, wo wir die Möglichkeit haben, eine Wasserstoffanlage zu installieren», so Jauch.

«Wir fokussieren uns auf den Standort Bürglen.»

Dabei sei es auch wichtig, die Abwärme zu nutzen. In Bürglen wurde Ende September ein Kreditbegehren in der Höhe von 512’700 Franken für den Ersatz der Heizung im Schulhaus Spielmatt 1 gutgeheissen. Dabei könnte die Wärmeerzeugung künftig durch die Nutzung der Abwärme der geplanten Wasserstoffproduktionsanlage erfolgen.

Das Produzieren ist das eine, die Nutzung das andere. Genutzt werden könnte die Technologie für den öffentlichen Nahverkehr und für das Transportgewerbe. All dies müsse jedoch gesamtheitlich miteinander aufgebaut werden, gab sich Jauch überzeugt.

«Wir wollen einen ersten Schritt machen, sodass sich die Technologie auch in Uri entwickeln kann.»

Gerade in der Gebirgslandschaft bereite die Elektromobilität gewisse Herausforderungen. «Wasserstoff könnte in diesen Fällen eine gute Alternative sein», gab sich Jauch überzeugt.