Erstfeld
Junge Urner erhalten interessante Einblicke in die Armee

Rund 180 Urner Stellungspflichtige müssen in diesen Tagen eine Orientierungsveranstaltung besuchen. Fünf Frauen haben sich freiwillig angemeldet.

Urs Hanhart
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Unter Anleitung von Rekruten der Flab-RS Emmen durften die Stellungspflichtigen Stinger-Raketenwerfer schultern.

Unter Anleitung von Rekruten der Flab-RS Emmen durften die Stellungspflichtigen Stinger-Raketenwerfer schultern.

Bild: Urs Hanhart (Erstfeld, 26. August 2022)

Im Zivilschutz-Ausbildungszentrum Krump in Erstfeld herrscht seit Mitte der vergangenen Woche Hochbetrieb. Schweizer Bürger mit Jahrgang 2004, die im Kanton Uri Wohnsitz haben, müssen dort in Gruppen von 25 bis 30 Personen für einen Tag antraben. Denn das Amt für Bevölkerungsschutz und Militär hält aktuell die alljährlich stattfindenden Orientierungstage ab, wobei es diesmal einige Neuerungen gibt.

«Auf dieses Jahr hin haben wir das Konzept umgestellt und neu die sogenannte Markstandmethode eingeführt. Damit möchten wir die Informationen etwas anders und in zeitgemässerer Form vermitteln», verrät Urs Sturzenegger, Sachbearbeiter beim Amt für Bevölkerungsschutz und Militär. «Die Stellungspflichtigen sind angehalten, sich selber zu informieren und proaktiv herauszufinden, welche Funktion am besten zu ihnen passen würde. Auf Power-Point-Präsentationen mit Frontalunterricht verzichten wir nun gänzlich.»

Rekruten der Flab-RS geben Auskunft

Auch bei den Aussenstationen gibt es Neuerungen. Dazu sagt Sturzenegger: «Anstelle einer Ausstellung von Armeefahrzeugen und -geräten ist täglich die in Emmen stationierte Flab-RS zu Gast. Sie präsentiert unter anderem eine mobile Fliegerabwehrkanone und infrarotgesteuerte Stinger-Raketenwerfer. Die Stellungspflichtigen können den Rekruten Fragen stellen und die Waffen in die Hand beziehungsweise auf die Schulter nehmen – oder an der Flab-Kanone Platz nehmen.» Zum Programm gehört auch eine Ausstellung zum Zivilschutz sowie ein Infoblock über Rechte und Pflichten.

Zur Rekrutierung haben die Urner Stellungspflichtigen seit 2019 für zwei Tage in Aarau anzutreten. Bis dahin fand sie jeweils in Windisch statt. Ein weiterer Aussenposten, der sich auf dem Sportplatz Krump befindet, ist dem Fitnesstest der Armee gewidmet, der im Rahmen der Aushebung absolviert werden muss. Er besteht aus folgenden fünf Disziplinen: globaler Rumpfkrafttest, Einbeinstand, progressiver Pendellauf, Medizinballstossen und Standweitsprung.

Spezialprogramm für interessierte Frauen

In diesem Jahr haben sich auch fünf Frauen für die Orientierungstage angemeldet – in etwa gleich viele wie in den Vorjahren. Im Gegensatz zu den Männern ist für sie die Teilnahme nicht obligatorisch, sondern erfolgt auf freiwilliger Basis. «Für die Frauen organisieren wir einen speziellen Abendanlass, damit es keine Probleme mit den Arbeitgebern gibt. Vier der fünf Angemeldeten nehmen diese Gelegenheit wahr», erklärt der Hauptverantwortliche. Wie viele der teilnehmenden Frauen letztlich tatsächlich Militärdienst leisten, weiss Sturzenegger nicht genau. Nur so viel: «In der Regel sind es eine bis drei, die rekrutiert werden.»

Zur Zielsetzung der Orientierungsveranstaltung erläutert Sturzenegger: «Es geht darum, die jungen Frauen und Männer über die Armee zu informieren. Das beinhaltet Infos über die Militärdienstpflicht, die verschiedenen Funktionen und den Ablauf der Rekrutierung. Selbstverständlich werden auch der Schutzdienst und der Zivildienst thematisiert.»

Am vergangenen Freitag, beim dritten von sechs Orientierungstagen, zog Sturzenegger ein positives Zwischenfazit. «Das neue Konzept kommt offensichtlich gut an. Bei der Umfrage, die wir jeweils am Ende des Tages unter den Stellungspflichtigen machen, gab es bisher nur positive Rückmeldungen.»