Fussball
Der ESC Erstfeld gehört erneut zum Kreis der Aufstiegsanwärter

Zum Auftakt der Meisterschaft am Samstag bekommt Aufstiegskandidat ESC Erstfeld mit dem FC Hünenberg gleich einen echten Gradmesser vorgesetzt.

Urs Hanhart
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Der ESC Erstfeld mit Sturmtank Pirmin Baumann (unten) startet gegen den FC Hünenberg in die Meisterschaft.

Der ESC Erstfeld mit Sturmtank Pirmin Baumann (unten) startet gegen den FC Hünenberg in die Meisterschaft.

Bild: Urs Hanhart (Erstfeld, 7. Juni 2022)

In der letzten Saison lieferte das damals noch von Antonio de Oliveira gecoachte Drittligateam aus dem Eisenbahnerdorf eine sensationell starke Vorstellung ab, insbesondere in der Hauptrunde. Als überlegener Gruppenerster zog es souverän in die Aufstiegsrunde ein. Dort lief es dann allerdings nicht mehr ganz so rund. Unter den sechs qualifizierten Mannschaften belegten die Urner letztlich den 3. Platz, womit sie knapp am Sprung in die 2. Liga regional vorbeischrammten.

Nun scheint die neu vom Duo Tobias Kieliger/Dominic Herger trainierte ESC-Truppe auf dem besten Weg zu sein, nahtlos an die Saison 2021/22 anzuknüpfen. In den sechs absolvierten Testspielen marschierte Erstfeld in überzeugender Manier von Sieg zu Sieg. Zum Abschluss des Vorbereitungsprogramms wurde Neo-Drittligist FC Stans, der in der letzten Saison noch in der 2. Liga regional spielte, mit 3:0 Toren vom Platz gefegt – und dies erst noch auswärts. Erfolge gab es auch gegen die Drittligisten FC Ebikon I, FC Muotathal und SC Goldau. In den Kräftemessen mit den unterklassigen FC Ibach II und FC Brunnen a (beide 4. Liga) gelangen sogar Kantersiege.

Souveräner Auftritt im Cup

Auch den ersten Ernstkampf dieser Saison hat der ESC Erstfeld bereits mit Bravour gemeistert. Vor Wochenfrist im Rahmen der IFV-Cup-Vorrunde setzte er sich diskussionslos mit 5:1 Toren gegen den FC Escholzmatt-Marbach, seines Zeichens ein Drittligist, durch und zog problemlos in die nächste Runde ein.

Die Blau-Gelb-Grünen liessen sich auch von einem frühen Gegentreffer nicht aus dem Konzept bringen. Der 0:1-Rückstand in der 18. Minute wurde postwendend durch einen Treffer von Sturmtank Pirmin Baumann wettgemacht. Danach scorten Silvan Baumann, Michael Baumann, nochmals Pirmin Baumann und Matteo Zgraggen im 15- bis 20-Minuten-Takt.

Eine echte Knacknuss zum Meisterschaftsauftakt

Den ersten richtigen Härtetest gibt es gleich zum Auftakt der Meisterschaft. Erstfeld gastiert am Samstag, 20. August, um 18 Uhr beim FC Hünenberg, der auch zu den Aufstiegsaspiranten gezählt werden muss. Die Zuger hinterliessen in den Trainingsspielen ebenfalls einen überzeugenden Eindruck. Unter anderem besiegten sie den in der 2. Liga regional spielenden FC Ägeri. Im Cup schafften sie mit einem Erfolg über den Drittligisten Adligenswil ebenso wie die Urner den Sprung in die nächste Runde.

Der ESC Erstfeld tritt fast mit den gleichen Spielern an wie letzte Saison: Hier ist Samuel Baumann am Ball.

Der ESC Erstfeld tritt fast mit den gleichen Spielern an wie letzte Saison: Hier ist Samuel Baumann am Ball.

Bild: Urs Hanhart (Erstfeld, 9. April 2022)

Für den ESC Erstfeld spricht, dass er im Grossen und Ganzen fast mit dem gleichen Kader antreten kann wie in der letzten Saison. Ihm gehören viele junge Akteure an, die punkto Erfahrung mittlerweile zulegen konnten. Das letztjährige Level sollte also sicherlich zumindest gehalten oder viel eher sogar noch verbessert werden können. Prominentester Abgang war Michael Planzer, der nach mehreren Jahren in der ersten Mannschaft seine Aktivkarriere beendete. Zum aktuellen Team sagte er in einem Interview auf der vereinseigenen Website: «Die Zusammensetzung stimmt in allen Belangen. Unsere Mannschaft verfügt über grosses Potenzial. Wenn das Team mehr oder weniger zusammenbleibt, werden sich weitere Chancen ergeben, in die 2. Liga aufzusteigen.»

Das neue Gespann an der Seitenlinie verfügt über viel Erfahrung. Herger hatte zuletzt das Fanionteam des FC Altdorf unter seinen Fittichen, und Kieliger betreute in der Footeco-Abteilung eine Mannschaft des FC Luzern. Man darf gespannt sein, ob es dem neuen Trainerduo gelingt, den Höhenflug fortzusetzen oder sogar noch ein Schippe draufzusetzen.