Gemeindeversammlung
Tellspielhaus Altdorf muss 2022 für einige Monate schliessen

An der Gemeindeversammlung in Altdorf haben die Bürgerinnen und Bürger dem Budget 2022 zugestimmt. Auch die Revision des Organisationsstatuts des Wasserverbundes Unteres Reusstal wurde gutgeheissen.

Christian Tschümperlin
Drucken

Im Zentrum der offenen Dorfgemeinde Altdorf am Donnerstagabend standen das Budget 2022 und die Investitionsrechnung 2022. Beides wurde grossmehrheitlich genehmigt. Der Steuerfuss für natürliche Personen und der Kapitalsteuersatz für juristische Personen bleiben somit unverändert bei 95 Prozent beziehungsweise 0,01 Promille. Die Gemeinde rechnet mit einem Minus von rund 1,6 Millionen Franken. Gründe seien unter anderem höhere Sozialhilfeausgaben und tiefere Steuereinnahmen bei juristischen Personen aufgrund der Steuergesetzrevision, die per 1. Januar 2020 in Kraft trat. Der Präsident der Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission, Urs Stadelmann, beschrieb das Defizit an der Versammlung zwar als hoch. «Die finanzielle Lage lässt es aber zu.»

Sanierungsbedarf hat das Theater Uri, dessen Eigentümerin die Gemeinde seit 1998 ist. Der Betriebsverein hat ein Nutzungskonzept erstellt, eine Arbeitsgruppe hat einen Sanierungsplan erarbeitet. «Der Gemeinderat schätzt ein funktionierendes Theaterhaus für das kulturelle Leben als sehr wichtig ein», sagte Gemeinderat Bernhard Schuler. Als Sofortmassnahmen, die an der Gemeindeversammlung gutgeheissen wurden, müssen neue Elektroinstallationen eingebaut werden und Mängel beim Personen- und Brandschutz behoben werden. Dafür muss der Betrieb des Tellspielhauses für zwei bis drei Monate eingestellt werden. «Das ist nur in einem Jahr ohne Grossanlässe, also beispielsweise ohne Alpentöne oder Tellspiele, möglich», sagte Schuler. Deshalb sollen die Sofortmassnahmen im kommenden Jahr vorgenommen werden.

Zürcher Architekturbüro erhält Zuschlag für Sanierung des Feuerwehrlokals

Bernhard Schuler informierte auch über den Stand der Sanierung beim Feuerwehrlokal. Diese war an der Urnenabstimmung vom 27. September 2020 angenommen worden. «Die Gebäudehülle ist veraltet und die Nutzungsbedürfnisse haben sich verändert. Dies erfordert Anpassungen im Grundriss», so Schuler. Am anonymen Projektwettbewerb nahmen 24 Architekturbüros teil. Den Zuschlag erhielt das Projekt «Faltung» von Deplus Architekten Zürich. Es umfasst eine Volumenerweiterung und den Einbau eines Liftes. Mit der Ausführung soll 2023 gestartet werden.

Die Revision des Organisationsstatuts des Wasserverbundes Unteres Reusstal (WUR) wurde von der Dorfgemeinde genehmigt. Ziel der Verbundsanlagen ist es, die Wasserversorgung sicherzustellen. Anlass der Reform war die Fusion der Gemeinden Seedorf und Bauen, was eine Neuberechnung der Optionsanteile nötig machte. Die Liste der Optionsverteilung wird der aktuellen Einwohnerzahl angepasst. Die Revision wurde einstimmig gutgeheissen.

Digi-Tax löst Excel-Steuererklärung ab

Gemeinderätin Marlies Rieder orientierte zudem über die neue elektronische Steuerlösung Digi-Tax Uri. Diese soll ab Februar 2022 eingeführt werden. Die Urner haben Digi-Tax im Oktober 2019 mit 73 Prozent Ja-Stimmen angenommen. «Die Excel-Steuererklärung wird nicht mehr angeboten», klärte Maries Rieder auf. Es sei aber weiterhin möglich, die Steuererklärung in Papierform einzureichen. In einem humorvollen Videoclip wurden die einfache Handhabung, der logische Aufbau und die Bedienung mit einem Tablet von Digi-Tax gezeigt. Bereits erfasste Daten aus dem Vorjahr stehen zur Verfügung. Die Steuerpflichtigen werden Anfang Februar 2022 mit einem Aktivierungsschreiben bedient, welches die entsprechenden Zugangsdaten beinhaltet.

Alle Einbürgerungsgesuche erhielten von der Dorfgemeinde einen positiven Bescheid. Voraussetzung dafür sind jeweils die Teilnahme am sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben, die Beachtung der Rechtsordnung, ausreichende Deutschkenntnisse und geordnete finanzielle Verhältnisse. Bürgerinnen und Bürger von Altdorf sind neu: Franco Antonazzo und Jadranka Antonazzo-Petrovic mit den Kindern Laura und Mattia aus Italien beziehungsweise Serbien, Béatrice Campos aus Frankreich, Michal Jerzy Okoniewski und Barbara Zuzanna Orzeszko mit den Kindern Jan Edmund und Elisa Jadwiga aus Polen, Anton Shapkin aus Russland und Kenan Muljevic aus Bosnien-Herzegowina. Alle wurden mit einem herzlichen Applaus als Bürgerinnen und Bürger von Altdorf willkommen geheissen.