Gemeindeversammlung
In Göschenen stehen mehrere Bauprojekte an

Nebst den Budgets 2023 wurde an der Gemeindeversammlung über die Zukunft des alten Schlachthauses diskutiert.

Markus Zwyssig
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Die Göschenerinnen und Göschener haben an der Gemeindeversammlung am Freitagabend das Budget 2023 der Einwohnergemeinde gutgeheissen. Dieses schliesst bei einem Aufwand von 2,192 Millionen Franken und einem Ertrag von 2,019 Millionen Franken. Gerechnet wird mit einem Defizit von 173’950 Franken. Der Gemeindesteuerfuss wurde unverändert bei 108 Prozent festgesetzt. Der Kapitalsteuerfuss wird bei 2,4 Promille belassen. Genehmigt wurde auch das Budget der Kreisschule Urner Oberland.

Gutgeheissen wurde schliesslich auch das Budget des Elektrizitätswerkes Göschenen. Bei einem Gesamtaufwand von gut einer Million Franken und einem Gesamtertrag von 1,011 Millionen Franken sieht dieses ein Plus von 6100 Franken vor. Auch der Zusammenschluss der Sozialdienste Uri Ost und Urner Oberland mit insgesamt elf Urner Gemeinden wurde gutgeheissen.

Als neuer zweiter Delegierter im Kreisschulrat Urner Oberland wurde Marco Epp gewählt. Er tritt die Nachfolge von Klara Schweizer an. Gottfried Walker wird neuer Präsident des Verwaltungsrats des Elektrizitätswerks Göschenen (EWG). Er wird Nachfolger von Patrick Imholz. Patricia Mattli wird neue Präsidentin der Rechnungsprüfungskommission (RPK) und damit Nachfolgerin von Gottfried Walker. Neu in die RPK gewählt wurde Monika Imholz. Beat Schädler wurde als Gemeindeweibel bestätigt. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger waren ebenso mit der Einbürgerung von Daniel Loutrel einverstanden.

Altes Schlachthaus: Gemeinderat prüft Umnutzungsmöglichkeiten

Die 69 Stimmberechtigten wurden an der Gemeindeversammlung angefragt, wie es bei der Liegenschaft Schlachthaus weitergehen soll. Diese liegt seit vielen Jahren brach. An der Versammlung wurde darüber diskutiert, das Gebäude im alten Zustand zu belassen oder allenfalls zu verkaufen. Letzteres dürfte schwierig sein, weil das Gebäude unter einer Hochspannungsleitung steht. Für eine Wohnnutzung müsste ein grosser Aufwand betrieben werden.

An der Versammlung gab es auch Stimmen, die sich dafür starkmachten, dass man dort nicht nur Parkplätze bauen solle, sondern allenfalls einen Werkhof errichten könnte. Eine Mehrheit sprach sich jedoch dafür aus, eine Umnutzung einem Verkauf vorzuziehen. Der Gemeinderat wurde beauftragt, die verschiedenen Bedürfnisse abzuklären und Umnutzungsmöglichkeiten mit den zu erwartenden Kosten aufzuzeigen.

Vorgestellt wurde an der Versammlung auch eine Vorprüfung für einen Quartiergestaltungsplan für das Gummeli. In den geplanten zwei grossen Gebäuden soll es auch ein Restaurant oder ein Biker-Hotel geben. Das Quartier am Eingang in die Göscheneralp soll einen Mehrwert für Göschenen bieten.

Ausbau Windpark Gütsch und wachsendes Fernwärmenetz

Felix Tresch, Geschäftsführer beim Elektrizitätswerk Ursern, und Windkraft-Pionier Markus Russi informierten über den geplanten Ausbau des Windparks Gütsch der Korporation Ursern. Diesbezüglich braucht es in Göschenen Anpassungen im Nutzungsplan.

EWG-Verwaltungsratspräsident Patrick Imholz informierte über die Gefahren und die entsprechenden Vorkehrungen bezüglich einer Strommangellage. Zudem zeigte er den aktuellen Stand der Arbeiten beim Fernwärmenetz und die bisherigen Kosten auf. Die gesamte Bausumme liegt inzwischen bei 2,4 Millionen Franken. Es kam zu Kostenüberschreitungen von 280'000 Franken. Dies aufgrund von Mehrarbeiten und von zusätzlichen Anschlüssen.

Zweite Röhre: Zahl der verfügbaren Zimmer steigt

Gemeindepräsident Peter Tresch gab bekannt, dass für die Mitarbeitenden beim Bau der zweiten Röhre in provisorischen Unterkünften aktuell 101 Zimmer zur Verfügung stehen. Ab April 2023 werden es insgesamt 173 Zimmer sein. Zudem informierte er über die Ombudsstelle, welche als neutrale Anlaufstelle Anliegen der Bevölkerung im Zusammenhang mit der Baustelle entgegennimmt, die sich aus der aktuellen Bausituation ergeben.

Orientiert wurde auch darüber, dass das Projekt von Guido Reichlin und Karin Wälchli, in der Kunstszene bekannt als Chalet 5, in der alten Kirche Göschenen fortgesetzt wird. Soeben wurde mit der Video- und Lichtinstallation «Jahraus–Jahrein» die zweite Ausstellung im Rahmen des Projekts Urihütte eröffnet.