Gemeindeversammlung Spiringen
Älpler wehren sich gegen geplante Campingzone auf dem Urnerboden

An der Gemeindeversammlung in Spiringen wurden die Geschäfte – mit einer Ausnahme – einstimmig gutgeheissen. Gegen die Teilrevision der Nutzungsplanung gab es heftige Opposition.

Markus Zwyssig
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Der Urnerboden gilt als die grösste Kuhalp der Schweiz, aber nur noch wenige Personen leben das ganze Jahr hier.

Der Urnerboden gilt als die grösste Kuhalp der Schweiz, aber nur noch wenige Personen leben das ganze Jahr hier.

Bild: Elias Bricker (Urnerboden, 11. Oktober 2021)

Zu längeren Diskussionen führte an der Gemeindeversammlung am Donnerstagabend in Spiringen die Teilrevision der Nutzungsplanung. Betroffene Älpler auf dem Urnerboden finden, die Campingzone sei nicht am richtigen Ort. Geplant ist, die bestehende Zone anzupassen und einen Stall für die notwendigen Infrastrukturen zu integrieren. Wohnmobile und Zelte sollen auf dieser speziellen Tourismuszone Platz finden. Wildes Campieren wäre dann auf dem Urnerboden – im Gegensatz zu heute – nicht mehr erlaubt. Ein betroffener Anwohner forderte jedoch, die Teilrevision abzulehnen. Schliesslich wurde diese aber mit 45 zu 7 Stimmen deutlich gutgeheissen.

Vorbehalten bleibt ein Regierungsratsentscheid. Drei Beschwerden, wovon eine ebenfalls die Campingzone betrifft, sind beim Regierungsrat noch hängig und werden durch diesen zu einem späteren Zeitpunkt separat behandelt.

Neue Kunsteisbahn: Vorstoss im Landrat angekündigt

Die Spirgner sagten ja dazu, dass die Liegenschaft Holzboden vom Verwaltungs- ins Finanzvermögen übertragen wird. Dies ist nötig, damit zu einem späteren Zeitpunkt mit der künftigen Trägerschaft der Kunsteisbahn ein Baurechtsvertrag ausgehandelt werden kann. An der Gemeindeversammlung wurde zudem ein jährlich wiederkehrender Beitrag von 20'000 Franken an die künftige Kunsteisbahn gesprochen. Der Beitrag ist auf 20 Jahre begrenzt.

Urs Imholz, Präsident der Planungskommission, zeigte auf, dass das fast 4 Millionen Franken teure Projekt Kunsteisbahn Fahrt aufnehme, aber länger dauere. Mit dem Bau soll 2024 begonnen werden. Rund 800'000 Franken sind beisammen. In der November-Session des Landrats wird ein Vorstoss eingereicht, in dem eine finanzielle Beteiligung der der öffentlichen Hand an die Kunsteisbahn beantragt wird. Von Seiten der Investoren wird eine Überdachung der Bahn gefordert. Diese Möglichkeit soll weiter geprüft werden.

Das Budget für das kommende Jahr erhielt Zustimmung. Gerechnet wird mit einem kleinen Fehlbetrag von rund 2700 Franken. Beschlossen wurde, dass der Steuerfuss bei 115 Prozent bleibt. Der Kapitalsteuersatz beträgt weiterhin 2,4 Promille.

Wie in Unterschächen wurde auch in Spiringen ein neuer Vertrag zwischen den beiden Gemeinden über die Zusammenarbeit im Bereich der Schulen gutgeheissen.

Spiringen hat neue Gemeinderätin

Esther Herger wurde als neues Mitglied in den Gemeinderat gewählt. Sie tritt die Nachfolge von Heinz Scheiber an, der auf Ende Jahr zurück tritt. Im Schulrat wurden Monika Imholz-Bissig und Thomas Strebel als Mitglieder bestätigt. Arno Grüter wurde neu als Kreisschuldelegierter gewählt. Benjamin Schuler wurde im Amt bestätigt. Esther Herger und Valentin Gisler sind neu als Vertreter des Gemeinderats dabei. Ueli Gisler wurde als Präsident der Rechnungsprüfungskommission bestätigt. Neu als Mitglieder gewählt wurden Robert Herger und Heinz Scheiber. Als neues Mitglied im Sozialdienst Uri Ost wurde Cornelia Herger-Gisler gewählt.

Einstimmig gutgeheissen wurden zwei Kreditbegehren. Für die Sanierung der Trefferanzeigen im Schützenstand der Schützengesellschaft wurden 36'000 Franken gesprochen. Die Spirgner sagten zudem ja zu 40'300 Franken für die Sanierung der Luftseilbahn Witterschwanden-Eggenbergli.

Eingebürgert wurde an der Gemeindeversammlung die niederländische Staatsangehörige Marjan Witteman.

Simon Gisler von der Steuerverwaltung informierte ausserdem über die elektronische Steuererklärung, welche ab 2022 eingeführt wird.