Gesundheit
Kanton Uri erhöht Prämienverbilligung

Für Prämienverbilligungen für die Krankenversicherung stehen im Kanton Uri 300’000 Franken mehr zur Verfügung als im letzten Jahr. Die meisten Versicherten müssen wie bisher keinen Antrag stellen.

René Meier
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Blick in ein Privatzimmer im Kantonsspital Uri.

Blick in ein Privatzimmer im Kantonsspital Uri.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 21. Juni 2022)

Mit 12.20 Franken ist der Prämienaufschlag im Kanton Uri so tief wie in keinem anderen Kanton. Der neue Durchschnittswert von 253.70 Franken bedeutet ein Plus von 5,1 Prozent für Erwachsene gegenüber diesem Jahr, bleibt aber der zweittiefste der Schweiz. Für junge Erwachsene beträgt der Aufschlag 5 Prozent und für Kinder 4 Prozent. Nun hat der Regierungsrat des Kantons Uri auf den deutlichen Anstieg der Krankenkassenprämien reagiert. Für das kommende Jahr stehen 19,3 Millionen Franken für Prämienverbilligungen zur Verfügung. Das sind 300’000 Franken oder 1,6 Prozent mehr als im laufenden Jahr.

Schwelle bei 90’000 Franken

Der Bund stellt für die Verbilligung der Krankenkassenprämien 12,7 Millionen Franken zur Verfügung. Wie in den Vorjahren kommt ein Kantonsbeitrag von 4,5 Millionen Franken hinzu, der im Budget 2023 eingestellt ist. Ferner entnimmt der Regierungsrat 2,1 Millionen Franken aus dem Prämienverbilligungsfonds.

Als Richtprämie für Erwachsene gilt 3636 Franken, im Vorjahr waren es 3504 Franken. Für Kinder beträgt sie 924 Franken (Vorjahr: 900 Franken). Bis und mit einem Prämienverbilligungseinkommen von 90’000 Franken, werden die Prämien von Kindern um mindestens 80 Prozent verbilligt. Liegt das Einkommen höher, erfolgt die ordentliche Berech­nung der Prämienverbilligung.

Vier Tipps zum Prämiensparen

1. Wählen Sie ein Sparmodell: Je stärker Sie Ihre freie Arztwahl einschränken, desto höher ist der Rabatt. Mit Managed-Care-Modellen lassen sich unnötige Behandlungen vermeiden. Bei Telefonmodellen rufen Sie im Krankheitsfall zuerst ein Callcenter an. Medizinisch geschultes Personal klärt Sie darüber auf, was Sie tun müssen und ob Sie einen Arzt aufsuchen sollen. Sie können auch einen Hausarzt oder eine Gruppenpraxis (HMO) als Anlaufstelle wählen. Entscheiden Sie sich für die freie Arztwahl, fällt die Prämie deutlich höher aus.

2Wählen Sie eine passende Franchise: Wer seine Franchise von 300 auf 500 bis 2500 Franken erhöht, kann mehrere hundert Franken pro Jahr sparen. Ob sich das erhöhte Risiko für Sie auszahlt, erfahren Sie auf den Websites der Internetvergleichsdienste. Wer seine Franchise erhöht, sollte aber den entsprechenden Betrag (bis 2500 Franken) plus den maximal möglichen Selbstbehalt von 700 Franken angespart haben. Eine hohe Franchise rechnet sich meist nur für Gesunde. Für Kinder sollten keine Franchisen gewählt werden. Sie sind zu oft krank. Wer auf 2022 die Franchise erhöhen möchte, kann dies der Kasse bis Mitte Dezember mitteilen. Wer eine tiefere Franchise wählt, muss dies früher melden.

3. Klären Sie die Unfalldeckung ab: Arbeiten Sie mehr als acht Stunden pro Woche für den gleichen Arbeitgeber, sind Sie automatisch gegen Unfall versichert. Daher können Sie diese Deckung in der Grundversicherung ausschliessen.

4. Bezahlen Sie Ihre Prämien im Voraus: Wer die Prämien jährlich oder halbjährlich bezahlt, erhält je nach Versicherung bis zu zwei Prozent des Rechnungsbetrags als Skonto. Doch nicht alle Versicherer geben solche Rabatte oder bieten diese Möglichkeit an. (wan)

Die meisten Versicherten müssen keinen Antrag stellen

Mit der Erhöhung der Verbilligungen will der Kanton die steigende finanzielle Belastung der Urner Bevölkerung im kommenden Jahr abfedern. Der individuelle Anspruch auf Prämienverbilligung wird anhand der Steuerdaten berechnet. Alle berechtigten Personen werden anschliessend schriftlich informiert. Wer bis Mitte Februar keinen Entscheid erhält, hat entweder keinen Anspruch auf Prämienverbilligung oder es liegen noch keine rechtskräftig ver­fügte aktuelle Steuerdaten vor. Die Auszahlung der Prämienverbilligung erfolgt wie in den vergan­genen Jahren an die Krankenkassen. Somit müssen Urnerinnen und Urner in der Regel nach wie vor keinen Antrag auf Prämien­verbilligung stellen, heisst es weiter. Ausnahmen betreffen einzig quellenbesteuerte Personen und Personen, die besondere Umstände geltend machen. Das dafür erforderliche Antragsformular und detaillierte Informationen zur Prämienverbilligung im Kanton Uri sind im Internet unter der Adresse www.ur.ch/praemienverbilligung erhältlich.