Göschenen
Wegen der zweiten Röhre wird ein deutlicher Gewinn bei den Quellensteuern erwartet

Der Steuerfuss wird von 112 auf 108 Prozent gesenkt. Informiert wurde an der Gemeindeversammlung über den Bau der zweiten Röhre aus Umweltsicht.

Markus Zwyssig
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Das Tunnelportal beim offiziellen Spatenstich zum Baustart der zweiten Röhre.

Das Tunnelportal beim offiziellen Spatenstich zum Baustart der zweiten Röhre.

Bild: Urs Flüeler / Keystone (Göschenen, 29. September 2021)

Die Göschenerinnen und Göschener sagten an der Gemeindeversammlung einstimmig Ja zu einer Senkung des Steuerfusses von 112 auf 108 Prozent. Gemeindepräsident Peter Tresch freute sich, dass man damit der Bevölkerung etwas zurück geben könne. Eine Steuersenkung komme allen zugute und solle ein wenig für die Lärmemissionen beim Bau der zweiten Röhre entschädigen. In Göschenen rechnet man in den kommenden Jahren mit positiven finanziellen Aussichten, dies insbesondere aufgrund der zu erwartenden Quellensteuern. Deutlich gutgeheissen wurde auch das Budget 2022 der Einwohnergemeinde. Bei einem Aufwand von 2,17 Millionen Franken wird ein Defizit von 177’950 Franken erwartet. Einstimmig gutgeheissen wurde der Voranschlag der Kreisschule, wie auch die prognostizierten Zahlen des Elektrizitätswerks Göschenen. Im Budget 2022 wird mit bei einem Gesamtaufwand von 916’850 Franken mit einem Plus von 6550 Franken gerechnet.

54 Stimmberechtigte und 4 Gäste besuchten die Gemeindeversammlung. Beschlossen wurde eine Anpassung des Gemeinderechts. Gutgeheissen wurden die neue Gemeindeordnung von Göschenen, die Verordnung des Elektrizitätswerks Göschenen, die Verordnung über das Verfahren in Behörden und die Verordnung über das Verfahren an der Gemeindeversammlung.

Mehrere Beschwerden zum Baulärm eingegangen

Harry Ilg vom Amt für Umweltschutz Uri informierte die Göschenerinnen und Göschener über die Herausforderungen, welche der Bau der zweiten Tunnelröhre am Gotthard aus Umweltsicht mit sich bringt. «Dem Schutz vor negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt kommt grosse Bedeutung zu», betonte er. Das Amt für Umweltschutz hat ein grosses Interesse an der korrekten Umsetzung der Auflagen zum Schutz der Umwelt und der Anwohnerinnen und Anwohner, versicherte Ilg. Im Projekt ist eine Umweltbaubegleitung damit beauftragt, diese Massnahmen zu planen und vor Ort auf der Baustelle auch umzusetzen. Die behördenrechtliche Umweltkontrolle hat das Bundesamt für Strassen (Astra) für die gesamte Bauzeit dem Kanton Uri in der Federführung des Amts für Umweltschutz übertragen.

Der Lärmschutz der Anwohner stellt aufgrund der Exposition dieser Baustelle für alle Akteure eine besondere Herausforderung dar. Umso mehr, als Bauarbeiten für die zweite Tunnelröhre während 7 Tagen und das rund um die Uhr bewilligt sind. Lärmintensive Bauarbeiten sind jedoch zeitlich beschränkt, das heisst zwischen 8 und 12 sowie von 14 bis 17 Uhr zugelassen.

Falls es dennoch zu Störungen oder Fragen zum Baubetrieb kommen sollte, können sich die Anwohnerinnen und Anwohner seit April unter der Pikettnummer 076 470 69 76 bei der Bauleitung melden. Bei rund zwei Dritteln der bisher eingegangenen 29 Anrufe handelte es sich um Anfragen respektive Beschwerden zum Baulärm. Davon wurden 13 durch die Bauleitung als gerechtfertigt beurteilt, weil Arbeiten zu nicht zulässigen Arbeitszeiten stattfanden. Meist handelte es sich dabei jedoch um erforderliche Sicherungsarbeiten, die sich im Einzelfall nicht vermieden lassen. Ilg betonte jedoch, dass es wichtig ist, dass die Unternehmungen in ihre Pflicht genommen werden und sich im Grundsatz an die geltenden Bestimmungen halten. Bis auf wenige Ausnahmen habe dies bis anhin auch gut funktioniert.

Fernwärme: Das ist als Nächstes geplant

Informiert wurde auch über das Fernwärmenetz Göschenen. Der nächste Ausbauschritt (vierte Etappe) umfasst einerseits die Erschliessung des SBB-Bahnhofs mit dem neuen Infocenter des Bundesamts für Strassen (Astra). Für diesen Abschnitt wird mit Baukosten von rund 350'000 Franken gerechnet. wobei die geplante Unterquerung der MGB-Geleise ein technischer und kostenintensiver Knackpunkt sein wird. Andererseits möchte das Astra den geplanten Materialumschlag-Terminal im Bereich der alten Verladerampe ebenfalls mit Fernwärme beheizen. Für dieses Projekt sind der genaue Anschlusswert und die benötigte Wärmeenergie noch nicht genau definiert. Daher sind die Kosten und die Beteiligung vom Astra ebenfalls nicht genau bezifferbar. Dies sollte aber spätestens bis im Januar 2022 geklärt sein.

Zwei neue Verwaltungsräte im Elektrizitätswerk Göschenen

Des Weiteren fanden Wahlen statt. Klara Schweizer wurde neu als Delegierte in den Kreisschulrat Urner Oberland gewählt. Im Verwaltungsrat des Elektrizitätswerks Göschenen nehmen neu Roman Zgraggen und Thomas Kunz Einsitz. Die bisherige Vizepräsidentin Barbara Thürig wurde wieder gewählt. In der Rechnungsprüfungskommission wurde der bisherige Präsident Gottfried Walker für ein Jahr wieder gewählt. Vera Schädler wurde als Mitglied wiedergewählt. Raimund Walker und Pius Tresch wurden als Mitglieder in der Baukommission Urner Oberland bestätigt. Wiedergewählt wurde auch Brunnenmeister Gottfried Walker.