Isenthal
Ausstellung würdigt die Wildheu-Tradition

Nach dem Jubiläumsjahr steht das diesjährige Chilbi-Wochenende im Isenthal unter dem Motto «Wildheunutzung und kulturlandschaftliche Traditionen». Die Nutzungsform hat eine lange Geschichte mit grossem Identifikationsgehalt. Doch wie lange noch?

Josef Schuler
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Die Wildheunutzung ging gegenüber früher stark zurück, sie ist gefährdet. In Uri und in der Innerschweiz wird sie deshalb mit Förderprogrammen unterstützt. So auch in Isenthal. «Es war eine grosse Anerkennung, dass Isenthals Wildheuer 2016 – stellvertretend für die Urner Wildheutätigen – von der nationalen Stiftung Landschaftsschutz ausgezeichnet wurde», sagt Peter Gasser, selber Wildheuer. «Dies wollen wir mit der Ausstellung sichtbar machen, auch das kantonale Förderprogramm wird gezeigt», so der Präsident der Kulturkommission.

Halsbrecherische Nutzungsform in den Bergen

«Wer pflegt heute diese halsbrecherisch anmutende Nutzungsform in den Bergen?», fragten sich 2016 die Stiftung Landschaftsschutz und die Medien. Wo sind diese Wildiplätzen? Welche werden noch genutzt, welche wurden schon früher aufgegeben? Wer sind die Menschen, die hochsteigen und warum? Wie wird heute, wie wurde früher das Heu geerntet und von den steilen Hängen abtransportiert? Welche Rolle spielt diese Tradition heute für die Bevölkerung? Braucht es die gefährliche Nutzungsform für die Sicherheit der Wege und Heimen noch? Und schliesslich: Wie sieht die Wildi-Zukunft aus?

Chilbi-Ausstellung in Isenthal: Franz Herger, Senkberg, schnürt «Burdenen» zum Seilen, mit Blick ins Grosstal.

Chilbi-Ausstellung in Isenthal: Franz Herger, Senkberg, schnürt «Burdenen» zum Seilen, mit Blick ins Grosstal.

Bild: PD

Diesen Fragen ging die Kulturkommission nach. Zur Ausstellung erscheint eine reich bebilderte Broschüre. Zudem werden drei eindrückliche Videofilme über das Isenthaler Wildheuen und die gefährliche Arbeit wie das Burditragen im steilen Hang gezeigt. Drei Isenthaler Filmer drehten die Videos. Die Ausstellung erklärt, was «Arfel, Blätz und Burdistatt» bedeuten. Auf dem Verkaufstisch steht auch das letztjährige Buch «Isenthal – Geschichte und Gegenwart» des Urner Historikers Hans Stadler, das den Hintergrund der bäuerlichen Lebensweise erhellt.

Blasmusik, Volksmusik und Tanz

«Endlich wieder tanzen!» Die Chilbi machts möglich: An vier Abenden spielen bekannte Volksmusikkapellen im Restaurant Urirotstock. Zur Chilbi-Tradition gehören der feierliche Sonntagsfestgottesdienst, das Chilbi-Ständchen der Musikgesellschaft Isenthal und die feinen Chilbi-Menus in den Gaststätten. Die Jugendgruppe organisiert die Kaffeestube, den Grill und sie hilft den Schulkindern, ihre eigene Chilbi aufzubauen. «All den Organisatoren, den Behörden, den vielen Helfenden und auch den treuen Geldgebern gehört hier ein grosser Dank», so Peter Gasser. Man freut sich auf viele Gäste.

Weitere Infos unter www.isenthal.ch.