Isenthal
Berggemeinde steht vor Herausforderungen: Neuer Verein will sich für die Zukunft des Dorfs starkmachen

Ende November kommt ein Pilotprojekt für schulergänzende Tagesstrukturen an die Gemeindeversammlung. Bei einer Annahme will der Verein die Trägerschaft übernehmen.

Josef Schuler
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Unterwegs an einem sonnigen Tag im Isenthal.

Unterwegs an einem sonnigen Tag im Isenthal.

Bild: PD

«Um in Isenthal eine positive Veränderung zu erreichen, müssen wir nun einen Schritt in Richtung Zukunft wagen», davon ist Christian Gisler überzeugt, der an der Gründungsversammlung zum Präsidenten gewählt wurde. Der Verein wird die Trägerschaft für die geplanten schulergänzenden Tagesstrukturen übernehmen, sofern der Verpflichtungskredit für die Finanzierung von der Gemeindeversammlung am Mittwoch, 30. November, genehmigt wird.

Ebenfalls wird der Verein die bis anhin von vom Gemeinderat durchgeführten Bürger-Mitwirkungsabende organisieren und nach Möglichkeit und Ressourcen sollen private Initiativen im Tal unterstützt werden. Auch in den Statuten verankert ist die Jugendförderung. «Wir wollen die Information zwischen privaten und öffentlichen Aufgaben fördern», so der Landwirt, der am 26. September die Gründungsversammlung leitete. Um Information und Koordination sicherzustellen, sind der Gemeinde- und Schulrat von Amtes wegen im Vorstand vertreten.

Isenthal ist herausgefordert

Isenthal sieht sich mit grösseren Herausforderungen konfrontiert. Anlass zur Sorge gibt vor allem der Bevölkerungsverlust. So hat das Bergtal in den letzten 20 Jahren zirka 20 Prozent seiner Einwohnerzahl verloren und diese ist unter die kritische Grenze von 500 gesunken. In Kombination mit der Tatsache, dass Isenthal zu den zehn ressourcenschwächsten Gemeinden der Schweiz gehört, folgern sich grosse finanzielle Schwierigkeiten. Selbst die laufenden Ausgaben können nur knapp gedeckt werden. Für Sanierungen, Basisinfrastrukturen und Projekte ist man stets auf Aussenhilfe angewiesen. Es ist nicht verwunderlich, dass unter diesen Umständen das Besetzen der öffentlichen Ämter schwieriger wird. Eine Kernaufgabe bleibt, die Zuwanderung von Familien und jungen Bewohnerinnen und Bewohner zu unterstützen.

Der Verein will sich gemeinsam mit Behörden und Freiwilligen aus der Bevölkerung dafür einsetzten, dass Isenthal auch in Zukunft ein attraktiver Wohn-, Lebens- und Arbeitsraum bleibt. Gewählt wurden neben dem Präsidenten, der auch den Schulrat vertritt, Noah Gisler als Kassier und Vertreter der Jugendlichen, Susanne Bissig-Amrein als Elternvertreterin, Andrea Gisler als Vertreterin des Gemeinderats und Sozialvorsteherin, Josef Schuler als Sekretär und von Amtes wegen dabei ist auch Andy Huwyler als Schulleiter, der bei der operativen Umsetzung der Tagesstrukturen eine Schlüsselfunktion innehaben wird. Revisoren sind Bernhard Walker und Salome Eschmann.