Isenthal
Vom Gitschener Betruf inspiriert: «Bannruef» wird zum Jubiläum uraufgeführt

Isenthal feiert die 400-jährige Eigenständigkeit. Mit «Bannruef» wird Ende August ein zeitgenössisches Werk aufgeführt. Komponist ist der dort lebende Musiker Roland Dahinden.

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Komponist Roland Dahinden (Alphorn, Posaune) schrieb für sein Trio Bann mit Roland Schiltknecht (Hackbrett) und Gabriel Schiltknecht (Perkussion) ein Jubiläumswerk.

Komponist Roland Dahinden (Alphorn, Posaune) schrieb für sein Trio Bann mit Roland Schiltknecht (Hackbrett) und Gabriel Schiltknecht (Perkussion) ein Jubiläumswerk.

Bild: PD

«Allabendlich beim letzten Tageslicht höre ich diesen Betruf, von der Alp-Sulztal her. Dies hat mich angeregt», erklärt Roland Dahinden, der mit seiner Frau vor einigen Jahren in Gitschenen ein Haus baute. Der Zuger Musikschaffende studierte Posaune und Komposition, arbeitete lange als Lehrer, Musiker und Komponist. Ihn interessieren die Grenzbereiche Komposition und Improvisation, aber auch interdisziplinäre Projekte. «Ich nutzte das Coronajahr intensiv für musikalische Kompositionen», so Dahinden.

Klanglandschaften von Weite und Schönheit

Roland Dahinden erlebt seine Wahlheimat inspirierend. Für das Trio Bann, das Trio Hermisegg und den Betrufer Beat Burch schrieb er ein zeitgenössisches Jubiläumswerk. «Die Musik Bannruef schafft Klanglandschaften von Weite und Schönheit. Es sind Alphornmelodien, die über Hackbrettakkorde fliegen, auch ein polyfonisches Balafon-Spiel, das ein Klangnetz webt», so der Komponist. «Die Kuhglocken schwingen durch den Raum und über dem ‹Groove› des Basshackbretts schweben die Multiphonics der Posaune.»

Die zwei Uraufführungen finden in der Betrufkapelle Gitschenen statt.

Die zwei Uraufführungen finden in der Betrufkapelle Gitschenen statt.

Bild: PD

Seit mehr als 20 Jahren spielt das Trio Bann zusammen. Sie lassen sich von den Tönen der Berge inspirieren. Ebenso in der Alpen- und Volksmusik verwurzelt ist die heimische Familienkapelle Hermisegg im Kleintal. Und der Betrufer Beat Burch. Der Älpler bewirtschaftet seit vielen Jahren das Sulztal, unweit von Gitschenen. «Eine Komposition mit professionellen Musikern, mit Isenthaler Musizierenden zu realisieren, ist reizvoll», so Dahinden. «Am 28. und 29. August ist es so weit. Jeweils von 14 bis 15 Uhr führen wir in der Betrufkapelle Gitschenen erstmals das neue Werk auf.» Dieses sei grosszügig von der Landis & Gyr Stiftung,der UBS Kulturstiftung und der Annemarie und Eugen-Hotz-Stiftung unterstützt worden.

1621 löste sich das Bergtal von Seedorf

1621 löste sich das Bergtal von Seedorf. Hauptgrund war der steinschlaggefährdete Weg über Engisort nach Seedorf. Vor 200 Jahren baute dann das Dorf die stattliche Pfarrkirche am Dorfeingang, eine Herkulesarbeit für die wenigen Einwohner. Im Mittelpunkt des Jubiläums ist das Kilbiwochenende vom 16./17. Oktober. Neben musikalischen Werken stehen das Gemeindebuch «Isenthal-Geschichte und Gegenwart», ferner die Jubiläumsausstellung zu 95 Bergheimen im Vordergrund. Diese und die Uraufführung in Gitschenen bilden die bleibenden Erinnerungswerte.

Gitschenen – von der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz für das Wildheuen als «Landschaft des Jahres 2016» ausgezeichnet – wird von Naturliebenden und Wanderfreudigen geschätzt. Mit der ökumenischen Betrufkapelle schufen Kapellenverein und der Luzerner Architekt Kurt Stalder vor bald 30 Jahren ein architektonisches Zeichen der Ökumene. Der Bau nehme die Sprache der Landschaft, Klang und die Form der Betruf-Folle auf. «Ein idealer Ort für Wanderer und Kulturinteressierte, speziell für diese Uraufführung», ist Dahinden überzeugt. (RIN)

Die Isenthaler Wildheu-Landschaft wurde 2016 von der Stiftung Landschaftsschutz als «Landschaft des Jahres» ausgezeichnet.

Die Isenthaler Wildheu-Landschaft wurde 2016 von der Stiftung Landschaftsschutz als «Landschaft des Jahres» ausgezeichnet.

Bild: PD

Weitere Informationen zu den Anlässen gibt es unter: www.isenthal.ch und www.isenthaler.ch.