Kanton Uri
Dätwyler-Preis 2023 geht an Fredi M. Murer, Lory Schranz und Politcast Uri

Die Dätwyler-Stiftung vergibt ihren Preis im kommenden Jahr dreimal. Geehrt werden unter anderem zwei Personen, welche das Urner Kulturschaffen bereichert haben.

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Der Dätwyler-Preis wird 2023 gleich dreimal vergeben. In der Regel vergibt die Dätwyler-Stiftung ihre Auszeichnung nur alle drei Jahre an Personen und Institutionen, die «eine herausragende Einzelleistung erbracht oder über einen längeren Zeitraum eine aussergewöhnlich fruchtbare Tätigkeit entfaltet haben», wie die Stiftung in einer Mitteilung schreibt. Nun geht der mit je 20'000 Franken dotierte Preis an den international bekannten Urner Filmemacher Fredi M. Murer, an die Urner Theater- und Tanzpädagogin Lory Schranz-Gisler sowie an den Verein Politcast Uri.

Fredi M. Murer erhält den Dätwyler-Preis für sein Lebenswerk.

Fredi M. Murer erhält den Dätwyler-Preis für sein Lebenswerk.

Bild: F. X. Brun/PD

Der 82-jährige Fredi M. Murer habe mit seinem Werk Filmgeschichte geschrieben. «Zahlreiche Preise und Auszeichnungen zeugen von der enormen Bedeutung des in Uri aufgewachsenen Filmemachers für die Schweiz.» Der Dätwyler-Preis sei als Zeichen der Wertschätzung für den Filmemacher und als Preis für sein Lebenswerk zu verstehen.

«In seinem jahrzehntelangen Filmschaffen hat Fredi M. Murer den Fokus immer wieder auf den Kanton Uri gelegt, beispielsweise beim Film ‹Wir Bergler in den Bergen sind eigentlich nicht schuld, dass wir da sind› aus dem Jahr 1974.» Ihm sei damals wohl kaum bewusst gewesen, dass er damit ein kulturelles und historisches Erbe geschaffen habe, das noch heute die Menschen fasziniert und für die Forschung von grossem Interesse sei.

Kultur mit gemeinnütziger Wirkung

Die Preisträgerin Lory Schranz habe sich als vielseitige, stark engagierte Kulturfrau in Uri einen Namen gemacht. 1976 eröffnete sie ihr eigenes Tanzstudio. Seither leitete sie zahlreiche grosse und kleinere Bühnenprojekte. Sie gründete 1986 die «Märlibühne Altdorf», die Musicals, Weihnachtsspiele und Zirkusaufführungen auf die Bühne brachte. Im Jahr 2000 hob sie gemeinsam mit Freunden den Theaterverein Eigägwächs aus der Taufe, bei dem Erwachsene, Kinder und auch Menschen mit Behinderungen in Grossprojekten gemeinsam auf der Bühne stehen.

Lory Schranz mit Bildern aus einem Theaterprojekt, bei dem rund 40 Migranten und Einheimische mitmachen.

Lory Schranz mit Bildern aus einem Theaterprojekt, bei dem rund 40 Migranten und Einheimische mitmachen.

Archivbild: Markus Zwyssig

Die Dätwyler-Stiftung würdige mit dem Preis das Schaffen der vielseitigen Kulturfrau, weil sie in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten in Uri «kulturell Grossartiges geleistet hat». Ihr gemeinnütziges Wirken gehe dabei weit über das Kulturschaffen hinaus, was sich auch in ihren jüngsten Produktionen gezeigt habe.

Engagement in der politischen Bildung

Weiterer Preisträger ist der im Jahr 2011 gegründete Verein Politcast Uri. Dieser produziert Podcasts und Sendungen zu jugendnahen und politischen Themen. «Überhaupt engagiert sich der Verein stark für die politische Förderung von jungen Urnerinnen und Urnern.» So habe er ein Lehrmittel für Oberstufenschülerinnen und -schüler entwickelt, um selber Podcasts herzustellen. Im Auftrag des Kantons Uri produzierte er eine Film-Dokumentation zur Umsetzung des kantonalen Programms Kinder- und Jugendförderung. Und im vergangenen November organisierte und moderierte der Politcast das Urner Jugendparlament.

Junge Mitglieder von Politcast Uri fühlen an einem Wahlpodium Regierungsrat Urban Camenzind auf den Zahn.

Junge Mitglieder von Politcast Uri fühlen an einem Wahlpodium Regierungsrat Urban Camenzind auf den Zahn.

Bild: Urs Hanhart/PD

«Politcast Uri leistet einen wertvollen Beitrag zur politischen Bildung im Kanton Uri», schreibt die Stiftung. Zudem könnten künftige Urner Journalistinnen und Journalisten im Bereich audiovisuelle Medien Erfahrungen sammeln und junge wie ältere Urner Politikerinnen und Politiker würden dank des Politcasts eine «attraktive mediale Plattform» erhalten. Mit dem Dätwyler-Preis werde das grosse und gemeinnützige Engagement der Vereinsmitglieder im Bereich der politischen Bildung ausgezeichnet. «Der Preis soll aber auch Motivation sein, den eingeschlagenen Weg fortzuführen und sich weiterzuentwickeln.» (lur)