Kanton Uri
Der Kirchenrat definiert bald seine künftige Strategie

Bei der Evangelisch-reformierten Landeskirche Uri wird die Strategie neu justiert. Der Kirchenrat wird dazu Anfang 2023 eine zweitägige Retraite abhalten.

Urs Hanhart
Drucken
Kirchenratspräsident Kurt Rohrer konnte 42 Stimmberechtigte zur Herbstversammlung begrüssen.

Kirchenratspräsident Kurt Rohrer konnte 42 Stimmberechtigte zur Herbstversammlung begrüssen.

Bild: Urs Hanhart (Erstfeld, 21. November 2022)

An der Herbstversammlung der Evangelisch-reformierten Landeskirche Uri, die am vergangenen Montag im Beisein von 42 Stimmberechtigten und einigen Gästen in Erstfeld abgehalten wurde, standen – nebst dem Budget 2023 – diverse vom Kirchenrat geplante Investitionen im Zentrum, hauptsächlich betreffend die Kirchenliegenschaft in Altdorf. Es ging um einen Gesamtbetrag von rund 170'000 Franken.

Allerdings kam zu Beginn aus der Versammlungsmitte der Vorschlag, dieses Traktandum auf eine allenfalls ausserordentliche oder die Frühjahrsversammlung im Mai 2023 zu verschieben. Dies deshalb, weil der Kirchenrat Ende Januar 2023 eine zweitägige Retraite abhalten und sich bei dieser Gelegenheit eingehend mit einer kurz-, mittel- und langfristigen Strategie bezüglich der Finanzen, Gottesdienste, weiterer Anlässe sowie auch Gebäude auseinandersetzen wird. Nach einer längeren Diskussion einigte man sich schliesslich darauf, bei jedem Projekt einzeln darüber abzustimmen, ob es verschoben oder genehmigt werden soll.

Vorgesehen ist eine Umgestaltung des Vorgartens der Kirche Altdorf. Es sollen Magerwiesen entstehen und einheimisches Gehölz gepflanzt werden. Ziel ist es, die Anlage pflegeleichter zu machen (Kostenpunkt 29'800 Franken). Im Gotteshaus sind der Einbau einer Schiebetüre (37'500 Franken) sowie der Ersatz und Ausbau der Audioanlage (87'000 Franken) geplant. Zudem soll eine neue Glockensteuerung (7750 Franken) eingebaut werden.

Ebenfalls eine neue Glockensteuerung soll die Kirche in Erstfeld erhalten. Alle Investitionskredite wurden schliesslich von den Versammelten genehmigt. Mit der Vergabe der Aufträge wird jedoch noch zugewartet, bis klar ist, welche Strategie der Kirchenrat künftig verfolgen wird. Insbesondere bei der Kirchenliegenschaft Erstfeld wird vorläufig nur das Nötigste gemacht. Zuerst soll Klarheit darüber bestehen, was damit passiert.

Erneut ist ein Aufwandüberschuss budgetiert

Vor der Beratung des Budgets 2023 wartete Kirchenratspräsident Kurt Rohrer mit einer positiven Nachricht auf: Die Rechnung 2022 kann voraussichtlich ausgeglichen abgeschlossen werden. Veranschlagt war ein Aufwandüberschuss von 76'400 Franken. Noch etwas höher ist der für 2023 budgetierte Fehlbetrag, nämlich 88'600 Franken. Der Totalertrag (765'500 Franken) liegt um fast 70'000 Franken tiefer als im Vorjahresbudget, was unter anderem mit den Kirchenaustritten zu tun hat.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres haben bereits mehr als 30 Mitglieder der Reformierten Landeskirche Uri den Rücken gekehrt. 2020 mussten 62 Austritte hingenommen werden und 2021 deren 34. Ins Gewicht fallen auch die höheren Energiekosten. Bei den vier Liegenschaften in Altdorf, Andermatt, Erstfeld und Göschenen wird mit einem Mehraufwand von 32'400 Franken gerechnet. «Rein finanziell können wir den Aufwandüberschuss tragen. Bei 1,8 Millionen Franken Reserven ist das tragbar», betonte Rohrer, der auch für die Führung der Rechnung zuständig ist. Trotz des veranschlagten Defizits wurde am Steuerfuss nicht gerüttelt. Dieser bleibt unverändert bei 115 Prozent.

Ein Kirchenmitglied wollte wissen, wie es innerhalb des Kirchenrats so läuft. Dazu antwortete der Vorsitzende: «Die Harmonie ist recht gut. Unsere Sitzungen verlaufen mehrheitlich positiv und ohne grossen Knatsch. Wir gehen die gesetzten Ziele bewusster an und legen viel Wert auf Transparenz.» Eine grosse Herausforderung sei und bleibe die Altersstruktur. Es sei sehr schwierig, Mitarbeitende zu finden, vor allem jüngere. Das Marketing und die Kommunikation müssten weiter verbessert werden.