Kanton Uri
Urner Baudirektor Roger Nager: «Die Ziele sind ambitioniert»

Wie Baudirektor Roger Nager am Mediencafé aufzeigte, will der Kanton beim Energiesparen mit gutem Beispiel vorangehen. Energiegesetz soll noch vor den Sommerferien 2023 im Landrat behandelt werden.

Markus Zwyssig
Drucken
Baudirektor Roger Nager informierte über die Urner Energiepolitik.

Baudirektor Roger Nager informierte über die Urner Energiepolitik.

Bild: Markus Zwyssig (Altdorf, 22. November 2022)

Mit Schlagworten wie Sparen, E-Mobilität und Strommangellage sei das Thema Energie in aller Munde, stellte Baudirektor Roger Nager am Dienstag am Mediencafé der Regierung fest. Die Schweiz erlebe in Sachen Energieversorgung turbulente Zeiten. Die Unsicherheiten bei der Stromversorgung würden aufzeigen, dass es sinnvoll und wichtig sei, Energie nicht zu verschwenden und möglichst aus eigenen Quellen zu erzeugen, betonte der Baudirektor. «Der Kanton Uri will mittelfristig die Versorgung der Bevölkerung mit einheimischer und erneuerbarer Energie sichern», so der Baudirektor.

Bei eigenen Bauprojekten wolle der Kanton eine Vorbildfunktion wahrnehmen. Neubauten werden konsequent im Minergie-P-Standard erstellt. Als aktuelle Beispiele erwähnte er den Erweiterungsbau des Berufs- und Weiterbildungszentrums BWZ, das Kantonsspital Uri sowie den Werkhof Betrieb Kantonsstrassen. «90 Prozent der kantonalen Gebäude werden heute bereits mit erneuerbaren Energien geheizt», zeigte sich Roger Nager erfreut.

Der Landrat genehmigte vergangene Woche Fotovoltaikanlagen beim Neubau des Werkhofs Betrieb Kantonsstrassen in Schattdorf sowie im Zusammenhang mit Dachsanierungen beim Amt für Strassen- und Schiffsverkehr und beim Verwaltungsgebäude in der Brickermatte Photovoltaikanlagen.

Gesamtenergiestrategie im Dezember im Landrat

«Der Kanton Uri will sich aber auch weiter verbessern und damit einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende leisten», gab sich der Baudirektor überzeugt. In den Bereichen Energieeffizienz, Erneuerbare Energien und der Dekarbonisierung will sich der Kanton Uri weiter verbessern und auch weiterhin mit gutem Beispiel vorangehen.

Dazu hat der Regierungsrat die Gesamtenergiestrategie 2030 (Gest 2030) formuliert, die im Dezember im Landrat behandelt wird. «Die Ziele sind ambitioniert», so Roger Nager. Es sei wichtig, dass man gewisse Visionen entwickeln könne. Festgelegt worden sind dabei 48 Massnahmen, mit denen die Ziele in den nächsten Jahren erreicht werden sollen.

«Als wichtiges Element zur konkreten Umsetzung der Strategie braucht es nun dringend ein aktualisiertes Energiegesetz, das uns die Grundlagen gibt, damit wir die grossen Herausforderungen im Energiebereich meistern können», sagt Baudirektor Roger Nager. Im kommenden Jahr will er deshalb einen Gesetzesentwurf zur Beratung noch vor den Sommerferien in den Landrat bringen.

Gibt es grünes Licht, soll das Volk im Herbst darüber befinden können. Das neue Urner Energiegesetz hat bereits im Jahr 2021 die Vernehmlassungsphase abgeschlossen. Einige wenige Anpassungen werden aber aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen angepasst werden müssen. Eines ist für Roger Nager klar:

«Die Zeit ist reif für ein griffiges Urner Energiegesetz.»

Aufgrund der vom Parlament am 30. September beschlossenen dringlichen Massnahmen zur kurzfristigen Bereitstellung einer sicheren Stromversorgung im Winter wurde das nationale Energiegesetz mit einer Solarpflicht ergänzt, welche ab dem 1. Januar in Kraft tritt. Derzeit laufen die Arbeiten zur dazu notwendigen Anpassung des kantonalen Energiereglements.