Kanton Uri
Fachleute treffen sich zum Integrationstag

Die Bildungs- und Kulturdirektion hat zusammen mit dem Hilfswerk der Kirchen den Integrationstag durchgeführt.

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Wo Menschen mit verschiedenen kulturellen Traditionen und Prägungen zusammentreffen, komme es oft zu kommunikativen Problemen, sagte Christian Mattli, Präsident der regierungsrätlichen Fachkommission Integration, zur Eröffnung des siebten Urner Integrationstags vergangene Woche. «Solche Situationen erleben wir in unserer globalisierten Welt immer häufiger», so Mattli beim Anlass in der Aula Hagen in Altdorf.

Aus diesem Grund widmete sich der diesjährige Integrationstag dem Thema der interkulturellen Kommunikation. Rund 50 beruflich in der Integration engagierte Personen, Freiwillige und Migrantinnen und Migranten fanden sich in Altdorf ein, um dieses Thema zu behandeln. Der Urner Integrationstag war gemeinsam von der Bildungs- und Kulturdirektion und dem Hilfswerk der Kirchen Uri organisiert worden – ein Zeichen dafür, dass nicht nur staatliche Akteure zu einer erfolgreichen Integration beitragen, sondern auch zivilgesellschaftliche, private und kirchliche.

Unterschiedliche Sichten auf die Welt

Priska Alldis, Leiterin der Fachstelle Flüchtlinge der Caritas Zürich, gestaltete den fachlichen Input des Abends. Im ersten Teil ihres Referats erläutert sie den Kulturbegriff. Kultur sei die Brille, durch die wir die Welt betrachten und einordnen: «Wir sehen die Dinge nicht so, wie sie sind. Wir sehen sie so, wie wir sind.» Die sich so ergebenden unterschiedlichen «Verständnisse von Welt» führten dazu, dass interkulturelle Kommunikation oft eine Herausforderung sei.

Umso mehr stelle sich die Frage nach den Bedingungen für eine gelungene Kommunikation über kulturelle Verschiedenheiten hinweg. Diese Frage beantwortete Priska Alldis im zweiten Teil ihres Referats. Damit Verständigung funktioniere, müsse man sich der eigenen Kulturgebundenheit bewusst sein. Zudem müssten sich alle Akteure der Kommunikation auf die kulturellen Unterschiede einlassen und diesen mit Respekt begegnen. Erst dann könne man ermessen, was es wirklich bedeute, wenn eine Person, die nicht in der Schweiz aufgewachsen sei, jemandem nicht in die Augen schaue oder jemandem beim Sprechen nahekomme.

Priska Alldis, Leiterin der Fachstelle Flüchtlinge der Caritas Zürich, bei ihrem Referat.

Priska Alldis, Leiterin der Fachstelle Flüchtlinge der Caritas Zürich, bei ihrem Referat.

Bild: PD

Im Anschluss an den fachlichen Input von Priska Alldis entstand unter den Teilnehmenden eine lebhafte Diskussion. Sie zeigte, dass die allermeisten entweder beruflich oder privat schon oft Situationen mit kulturbedingten Verständigungsproblemen erlebt hatten. «Das Thema der interkulturellen Kommunikation wird denn auch die Integrationsarbeit im Kanton Uri weiter beschäftigen», sagte die kantonale Integrationsdelegierte Lena Greber zum Abschluss des Integrationstags.

Im Rahmen des Kantonalen Integrationsprogramms 2022 bis 2023 werden Schulungen und Weiterbildungen zu diesem Thema angeboten, aber auch Massnahmen unterstützt, die die interkulturelle Begegnung ermöglichen sollen. (pd/lur)