Kanton Uri
Landammann Urs Janett: «Schaffä fir Üri ist attraktiv»

Beim traditionellen Stelldichein der Urner Amtsleute erhielten die Kantonsangestellten viel Lob von Landammann Urs Janett. Er zog Parallelen zwischen der Verwaltung und einem Bahnhof.

Urs Hanhart
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Der Vorstand der Urner Amtsleutebruderschaft (von links): David Zurfluh, zweiter Revisor, Antonella Valente, Frau Bruderschaftsvogt, Erwin Gisler, Landweibel, Rebekka Mattli, Frau Brettmeister, Michael Morg, erster Revisor.

Der Vorstand der Urner Amtsleutebruderschaft (von links): David Zurfluh, zweiter Revisor, Antonella Valente, Frau Bruderschaftsvogt, Erwin Gisler, Landweibel, Rebekka Mattli, Frau Brettmeister, Michael Morg, erster Revisor.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 20. Oktober 2022)

Es gibt Traditionen, die bereits seit Jahrhunderten bestehen und eifrig gepflegt werden. Dazu gehört der Urner Amtsleutetag, der am Donnerstag bereits zum 407. Mal stattfand. Der Ablauf dieses festlichen Treffens ist stets derselbe. Punkt 11 Uhr machte sich der Vorstand, angeführt von Frau Bruderschaftsvogt Antonella Valente, vom Rathaus in Altdorf auf den Weg zur Pfarrkirche, wo einleitend eine Messe abgehalten wurde. Danach folgte der Einzug in den Uristiersaal. Zwischen der traditionellen Bündner Gerstensuppe und dem Hauptgang wurde die Bruderschaftsversammlung abgehalten. Im Verlaufe des Nachmittags folgte dann als Höhepunkt die obrigkeitliche Ansprache von Landammann Urs Janett.

Valente, die erst als zweite Frau die Urner Amtsleutebruderschaft präsidiert, sagte in ihrer Begrüssung: «Es ist schön zu sehen, dass wiederum so viel Amtsleute und Ehrengäste sich die Zeit genommen haben, an der Gedenkfeier teilzunehmen, und auch hier sind, um die Kameradschaft und den Austausch untereinander zu pflegen.» Dann fügte sie noch an: «Es ist eine ausserordentliche Ehre für mich, auf dieser Bühne zu stehen. Ich, als erste Italienerin in der Bruderschaftsgeschichte, darf die heutige Feier mit euch zelebrieren. Der südländische Einfluss auf die Bruderschaft ist schon im 16. Jahrhundert erwähnt worden.»

Im geschäftlichen Teil wurden 17 neue Mitglieder in die Bruderschaft aufgenommen. Der aktuelle Stand beläuft sich auf 742 Brüder und Schwestern. Das sind zwei mehr als im Vorjahr. Am Amtsleutetag nahm rund ein Viertel aller Mitglieder teil. Seit der letzten Versammlung durften 25 Bruderschaftsmitglieder ein Dienstjubiläum feiern. Alle Jubilarinnen und Jubilare wurden mit einem kräftigen Applaus geehrt, ebenso jene acht Mitglieder, die seit dem letzten Amtsleutetag befördert wurden.

Die kantonale Verwaltung als Durchgangsbahnhof

In Anlehnung an den neuen Kantonsbahnhof verglich Janett in seiner Festrede die kantonale Verwaltung mit einem Bahnhof, denn es gäbe durchaus Parallelen. Seine Begründung: «Unsere Kundinnen und Kunden kommen nicht auf die kantonale Verwaltung, um dort zu bleiben. Selten sind wir das Ziel, sondern vielfach wollen sie auf ihrer Reise einfach eine Dienstleitung abholen wie beispielsweise eine Baubewilligung oder einen Eintrag ins Handelsregister, eine Auskunft oder eine Beglaubigung. Somit sind wir vielfach einfach Durchgangsbahnhof. Und wir alle sind die Bahnhofsmannschaft.»

Wer darin arbeite, befinde sich definitiv nicht auf dem Abstellgleis. Schaffä fir Üri sei nämlich attraktiv. «Wir haben spannende Jobs», so Janett und weiter: «Zugegeben, nicht alle sind gleich spannend. In unserem kleinen Bahnhof aber ist das Fachgebiet, das jeder abdecken kann, grösser als in einer grossen Verwaltung mit vielen Spezialisten.» Seine Ausführung schloss der Landammann mit einem Kompliment an die Adresse der Amtsleute, sagte er doch: «Es freut mich ausserordentlich, dass es in unserem Bahnhof glattgeht. Und ich darf sagen, dass Sie im vergangenen Jahr ausgezeichnet gearbeitet haben. Zusammen mit meinen sechs Bahnhofsvorstandskollegen, also im Namen des Regierungsrats, danke ich Ihnen an dieser Stelle herzlich für Ihre unermüdlichen Leistungen zu Gunsten der Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons Uri.»