Kultur
Kanton Uri bereitet sich auf Europäische Tage des Denkmals vor

Anfang September erhält die Urner Bevölkerung die Gelegenheit, den Blick auf baukulturelle Lebens- und Erholungsräume zu richten. Geplant sind drei Veranstaltungen zum Thema.

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Die Front der Produktionshalle der Dätwyler AG, von den schweizweit bedeutenden Architekten Otto Rudolf Salvisberg und Roland Rohn in den 1940er-Jahren entworfen.

Die Front der Produktionshalle der Dätwyler AG, von den schweizweit bedeutenden Architekten Otto Rudolf Salvisberg und Roland Rohn in den 1940er-Jahren entworfen.

Bild: Pietro Caviglia/PD

Am Wochenende des 10. und 11. September finden die Europäischen Tage des Denkmals statt. Wie einer Medienmitteilung der Urner Justizdirektion zu entnehmen ist, lautet das diesjährige Motto Freizeit. Im Fokus stünden Stätten der Kunst, des Sports und der Erholung. Landauf, landab stehen an den Denkmaltagen die Türen zu Baudenkmälern aller Epochen offen, die dank Sorge und Wissen um ihren Wert erhalten geblieben sind.

Im Kanton Uri führt die kantonale Denkmalpflege ebenfalls Veranstaltungen an drei Orten durch. Im Vorfeld der Denkmaltage erinnert der Innerschweizer Heimatschutz am Samstag, 3. September, an die Verleihung des Wakker-Preises an Altdorf im Jahr 2007. Aus Anlass des Jubiläums «50 Jahre Wakker-Preis des Schweizerischen Heimatschutzes» geht die Denkmalpflege auf einem Dorfrundgang und einem Podiumsgespräch der Frage nach, weshalb Altdorf diesen renommierten Preis erhalten und was er bewirkt hat. Diese Veranstaltung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Innerschweizer Heimatschutz, der Gemeinde Altdorf und der kantonalen Denkmalpflege.

Das Programm im Detail

Jubiläum Wakker-Preis Altdorf (Samstag, 3. September): Dorfrundgang 10 Uhr und 13.30 Uhr (Dauer zirka 1,5 Stunden) ab Altdorf, Mehrzweckgebäude Winkel; Jubiläumsanlass mit Podiumsgespräch und Apéro um 16 Uhr im Cinema Leuzinger, Altdorf.

Erstfeld und die Gotthardbahn (Samstag, 10. September): Führungen 10 Uhr und 14 Uhr (Dauer zirka 1,5 Stunden) ab Casinosaal, Gemeindehaus Erstfeld, durch Paul Jans, Lokalhistoriker, Erstfeld, Pietro Caviglia, Denkmalpflege Uri.

Dätwyler in Altdorf – Fabrik und Lebensraum (Samstag, 10. September): Führungen 10 Uhr und 14 Uhr (Dauer zirka 1,5 Stunden) ab Altdorf, Gotthardstrasse 31 «Roter Platz», durch Carlo Zampieri, Architekt, Christoph Zurfluh, Historiker, Thomas Brunner, Denkmalpfleger. (zcg)

Gotthardbahn hat gesellschaftliche Spuren hinterlassen

Die Führungen der kantonalen Denkmalpflege am Samstag, 10. September, stellen das baukulturelle Engagement zweier seit langem in Uri aktiver und bedeutender Arbeitgeber in den Vordergrund. Gemeinschaftliche Bauten und Einrichtungen gehörten früher zum Angebot, das grosse Unternehmen bieten mussten und konnten, um Arbeiter und Fachkräfte anzulocken. In Erstfeld hat die Gotthardbahn mit ihren gemeinschaftlichen Bestrebungen ab 1880 bauliche, aber auch gesellschaftliche Spuren im Ortsbild hinterlassen, die heute noch deutlich erkennbar sind. In Altdorf stehen die Bauten der Dätwyler AG beziehungsweise der ehemaligen Schweizerischen Draht‐ und Gummiwerke AG und ihr soziales und kulturelles Engagement ab 1917 im Fokus. Fabrik, Wohnhäuser und Sportanlagen waren wesentliche Elemente des Umfelds, das dieses Unternehmen ihren oft zugezogenen Mitarbeitenden bieten wollte. Auf den Spaziergängen werden Geschichte und Geschichten dieser bedeutenden Unternehmen vermittelt.

An diesem zweiten Wochenende finden in der ganzen Schweiz über 400 kostenlose Führungen, Ateliers und Gesprächsstunden statt. Bundesrat Alain Berset ist indes Patronat der Europäischen Tage des Denkmals. Das gesamtschweizerische Programm kann unter www.nike‐kulturerbe.ch abgerufen werden. (zgc)

Hinweis: mehr Informationen unter www.hereinspaziert.ch.