Leserbrief
Wie überlebt die Urner Landwirtschaft?

Überlegungen zu Konsum, Preisentwicklungen und Landwirtschaft.

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17 Prozent der klimaschädigenden Gase in Uri stammen aus der Landwirtschaft, vor allem aus der Viehzucht. Ein Vertreter der Urner Bauernschaft hat an der gemeinsamen Veranstaltung von Bauernverband und Grüne Uri am letzten Donnerstag wohl mit Recht darauf hingewiesen, dass es dem Klima nichts nützt, wenn Urner Bauern auf die klimaschädliche Produktion von Fleisch und Käse verzichten, wenn die Konsumentinnen den Verbrauch dieser Produkte nicht reduzieren, sondern diese einfach aus dem Ausland beziehen.

Worauf soll die Landwirtschaft in Zukunft ihren Fokus legen?

Worauf soll die Landwirtschaft in Zukunft ihren Fokus legen?

Bild: Pius Amrein

Doch was passiert, wenn die Konsumenten tatsächlich damit beginnen, weniger Fleisch und Käse zu essen? (Effektiv ist in der Schweiz schon seit 30 Jahren der Fleischkonsum pro Kopf zurückgegangen, nur der Bevölkerungszuwachs hat die gesamte Menge nicht schrumpfen lassen. Der Käsekonsum hingegen hat derzeit eher zunehmende Tendenz.)

Einer sinkenden Nachfrage stünde ein gleichbleibendes Angebot gegenüber, was zu sinkenden Preisen führt. Wenn die Preise im Markt sinken, so haben nur die Landwirtschaftsbetriebe mit den tieferen Produktionskosten eine Überlebenschance. Und diese dürften eher im Mittelland und im Ausland liegen, es sei denn, der Staat nehme eine Umverteilung der Subventionen vor. Wollen die Urner Bauern in Zeiten der Klimaüberhitzung überleben, so werden sie wohl nicht darum herumkommen, frühzeitig nach Alternativen zu suchen, die die Gegebenheiten der Natur in unserem Bergkanton bestmöglich nutzen.

Müsste nicht doch darüber nachgedacht werden, ob Beeren, Nüsse, Obst, Gemüse, Küchenkräuter und medizinische Kräuter nicht wenigstens einen Teil der heutigen Milch- und Fleischwirtschaft ersetzen könnten? Der interessante und lehrreiche Anlass im Altdorfer Schützenhaus war ein guter Start, der Beitrag der Urner Landwirtschaft zum Klimaschutz (und zum eigenen Überleben) müsste aber noch vertiefter diskutiert werden.

Alf Arnold, Altdorf