Mountainbike
Jugend-Europameisterschaften im Tessin: Urnerin Elena Frei geht als Beste des Schweizer Teams hervor

Elena Frei aus dem Team «Swiss EAN Race Team» erkämpfte im Cross-Country trotz Materialdefekt das beste Resultat für die Schweizer Farben.

Josef Mulle
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In der ersten Augustwoche beherbergte das Tessiner Dorf Capriasca rund 750 junge Athletinnen und Athleten aus allen Teilen Europas, die in den verschiedensten Disziplinen des Mountainbike-Sports ihre Spitzen-Cracks ermittelten. Für die Schweiz kämpften Elena Frei, Noé Forlin, und Alessandro Solèr, betreut durch die Teamleitung, ihre Väter, und Mountainbike-Mechaniker Jonas Walker. Das «Swiss EAN Race Team» verfügte über ein eigenes Fahrerzelt, das von der IG Radsport Uri und dem Skiklub Unterschächen zur Verfügung gestellt und aufgebaut wurde. Die äusseren Bedingungen waren wie überall geprägt durch die hohen Temperaturen und extreme Trockenheit, was wiederum bei den Rennen zu massiver Staubentwicklung führte.

Der Kampf um Titel und Medaillen für die UEC-Jugend begann am ersten Tag mit einem Einzelzeitfahren, bei dem allerdings noch keine Titel vergeben wurden, für die Startplätze am Teamwettkampf und dem Cross-Country-Rennen doch von grosser Bedeutung waren. Die Urnerin Elena Frei zeigte sich gleich in ihrem Element, und fuhr in der Kategorie U15 die siebtschnellste Zeit von 118 Athletinnen.

Im Teamwettkampf vom zweiten Tag hatte jede Fahrerin und jeder Fahrer eine Runde auf dem anspruchsvollen Parcours der Cross-Country-Strecke zurückzulegen. Elena Frei übernahm die Aufgabe der Startenden in dem überwiegend männlichen Pulk, und wusste sich dort auch gut zu behaupten. Alessandro Solèr und Noé Forlin sorgten mit ebenso gutem Einsatz für den ausgezeichneten elften Platz für das Schweizer Team. Für das Eliminator-Rennen hatten sich Elena Frei und Noé Forlin qualifiziert, und sie schafften es beim im K.-o.-System ausgetragenen Wettbewerb auch problemlos in den Viertelfinal. Für beide war dann dort aber Schluss, obwohl Elena Frei ihren Head im Achtelfinal noch gewonnen hatte.

Frei im Cross-Country Beste des Schweizer Teams

Nach dem Ausscheidungsfahren im Eliminator-Wettbewerb ging's anderntags gleich zur Königsdisziplin, dem Cross-Country-Rennen, bei dem für die jungen Damen zwei, und für die Jungs drei grosse Runden gefordert waren. Den beiden Schweizer Vertretern lief es nicht wunschgemäss, hatten sie doch mit Materialproblemen und auch körperlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Das manifestierte sich deutlich in den Klassierungen: Noé Forlin wurde 29. und Alessandro Solèr 33.

Die Kastanien aus dem Feuer holte einmal mehr Elena Frei, obwohl auch sie durch einen Materialdefekt aus der engsten Entscheidung gerissen wurde. Im letzten Viertel der zweiten Runde musste das Nachwuchstalent der IG Radsport Uri ebenfalls einen Sturz hinnehmen, der einen Defekt an der Schaltung zur Folge hatte. In der Endabrechnung gab es dennoch eine Top-Ten-Klassierung, was zugleich das beste Ergebnis des Schweizer Teams bedeutete.

Eine Urner Fangruppe freut sich mit Elena Frei (Bildmitte) über ihre Leistungen.

Eine Urner Fangruppe freut sich mit Elena Frei (Bildmitte) über ihre Leistungen.

Bild: PD

Restivo-Geschwister für andere Teams im Einsatz

Das «Swiss EAN Race Team» um Teammanager Beat Solèr war mit der Woche um die Europameisterschaften zufrieden. «Die Athleten haben ihr Potenzial gezeigt, und mit vollem Elan und Freude an den Wettkämpfen teilgenommen», so der Teamverantwortliche abschliessend.

Im Tessin am Start waren auch die Geschwister Giorgia und Augusto Restivo, Mitglieder des VMC Erstfeld und vom Team Infanger IG Radsport Uri. An der EM waren sie aber in anderen Teams im Einsatz, wobei Giorgia in ein Auswahlteam des Tessins und Augusto in das Team TSP Zürichsee berufen wurde. Im Einzelzeitfahren gelang Giorgia Restivo als 31. und damit fünfbeste Schweizerin ein ausgezeichnetes Ergebnis. Beim Team Relay war es Augusto Restivo, der ein starkes Rennen zeigte und sein Team zwischenzeitlich auf den 50. Platz brachte. Beim abschliessenden XCO-Rennen war es wieder Giorgia, die mit dem 37. Platz brillieren konnte, während Augusto über schlechte Beine klagte, und nicht seine gewohnte Spitzenleistung abrufen konnte.