Oberalppass
Sänger Dodo ist nun Leuchtturmwärter

Der Schlüssel bleibt in der Musikbranche: Als Nachfolger von Sina ist Dodo zum neuen Leuchtturmwärter auf dem Oberalppass ernannt worden.

Urs Hanhart
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Nach seiner Amtseinsetzung gab der neue Leuchtturmwärter Dodo ein Konzert.

Nach seiner Amtseinsetzung gab der neue Leuchtturmwärter Dodo ein Konzert.

Bild: Urs Hanhart (Oberalppass, 25. August 2022)

Auf dem 2044 Meter hoch gelegenen Übergang vom Urner- ins Bündnerland ging am Donnerstag bei Bilderbuchwetter mächtig die Post ab. Der bekannte Schweizer Reggaesänger und Musikproduzent Dodo (45), der eigentlich Dominik Jud heisst, performte im Beisein von rund vier Dutzend mittanzenden Fans auf und vor dem rot-weissen Wahrzeichen einige seiner Hits, darunter natürlich auch seinen Hitparaden-Stürmer «Hippie Bus». Zuvor war er in einer kurzen Zeremonie als neuer Leuchtturmwärter eingesetzt worden.

Damit ist er nach dem Komikerduo Mini & Maxi, dem Maler Ted Scapa, dem Langstreckenschwimmer Ernst Bromeis, dem Fernsehstar Nik Hartmann und Mundartsängerin Sina die siebte Persönlichkeit, die dieses Ehrenamt ausüben darf. Zur Amtseinsetzung überreichte ihm Hanno Wyss, Mitglied des Stiftungsrats der Stiftung Leuchtturm Rheinquelle, symbolträchtig einen überdimensionalen roten Schlüssel.

Fast vier Wochen auf dem Oberalppass verbracht

«Viele Projekte von Dodo haben einen ganz ähnlichen Unterbau wie diejenigen unserer Stiftung. Deshalb ist er eine ideale Besetzung als Ehrenleuchtturmwärter», betonte Wyss. Zudem habe der Sänger einen engen Bezug zum Oberalppass. Im Oktober 2020, also mitten in der Pandemie, weilte er mit seinem mobilen Tonstudio, das in einem 11,5 Tonnen schweren, roten Schiffscontainer untergebracht ist, für rund vier Wochen dort oben und komponierte in dieser Zeit neue Songs.

«Dabei haben mich die verschiedenen, immer wieder wechselnden Wetterstimmungen sowie auch der Leuchtturm inspiriert», verriet Dodo und fügte an: «Es war eine ruhige, aber auch sehr spannende Zeit, an die ich mich gerne zurückerinnere.» Daneben verbrachte der in der kenianischen Hauptstadt Nairobi geborene und später an der Elfenbeinküste aufgewachsene Musikstar im Sommer und Herbst 2020 auch einige Wochen auf dem Furka- und Grimselpass, wo Rhone und Aare entspringen.

Verschobene Afrikareise wird nachgeholt

Ursprünglich wollte Dodo in 2020 mit seinem auffälligen Container eine mehrmonatige Afrikareise unternehmen. Allerdings machte ihm damals die Coronapandemie einen Strich durch die Rechnung. Stattdessen machte er sich auf die erwähnten Pässe. Schon bald wird Dodo seinen verschobenen Trip aber nachholen. Am 27. September soll es im Rheinhafen in Basel losgehen. «Nach vierjähriger Vorbereitungszeit geht es endlich auf musikalische Entdeckungsreise nach Afrika. Es hat sich gelohnt, nicht aufzugeben und dranzubleiben», betonte er an einer vorgängig zur Amtseinführung abgehaltenen Medienkonferenz. Eine der Stationen soll die Elfenbeinküste sein. Dorthin will er zwei Flaschen mit Rheinquellenwasser bringen, die er selber im Tomasee abgefüllt hat. Nach seiner Rückkehr aus Afrika wird Dodo wieder zum Leuchtturm zurückkehren. Am 19. März 2023 ist auf dem Oberalppass ein Familienanlass mit Dodo-Konzert und «Berichterstattung» über die mehrmonatige Reise vorgesehen.

Der weltweit höchstgelegene Leuchtturm Rheinquelle, der auf Bündner Territorium steht, markiert als leuchtendes Wahrzeichen symbolisch den Anfang des Rheins und soll als aktiver Botschafter der Regionen Surselva und Urserntal möglichst viele Menschen entlang des Rheins erreichen und berühren. Er ist ein verkleinerter Nachbau jenes Leuchtturms, der lange Jahre bei der Rheinmündung im niederländischen Hoek van Holland seinen Dienst versehen hat und heute im Maritiem-Museum in Rotterdam steht. Die gemeinnützige Stiftung Leuchtturm Rheinquelle hat sich zum Ziel gesetzt, mit der Organisation von künstlerischen Aktivitäten und Anlässen die touristische Vermarktung und die Inszenierung der Rheinquelle zum Wohl der Region zu fördern.