Porträt
Seit zehn Jahren Berufsmasseurin: «Ein Herzenswunsch ist in Seelisberg erfüllt worden»

Andrea Infanger ist auf dem Rütli aufgewachsen. Nach vielen Wanderjahren in der ganzen Schweiz ist sie heute Berufsmasseurin in Seelisberg.

Christoph Näpflin
Drucken
Seit zehn Jahren hilft Andrea Infanger in Seelisberg Einheimischen und Gästen mit ihren verschiedenen Massagen.

Seit zehn Jahren hilft Andrea Infanger in Seelisberg Einheimischen und Gästen mit ihren verschiedenen Massagen.

Bild: Christoph Näpflin (Seelisberg, 1. März 2022)

Direkt beim Aufgang zur Dorfkirche von Seelisberg steht ein rustikales altes Haus. Ein kleines Schild verrät, dass hier Andrea Infanger als Berufsmasseurin arbeitet. «Vor genau zehn Jahren ging mir mit dieser ‹Praxis im Chilädorf› ein grosser Wunsch in Erfüllung», erinnert sich Infanger. Die auf dem Rütli aufgewachsene Andrea Infanger war einige Jahre in Morschach als Berufsmasseurin im Einsatz. «Täglich schaute ich nach Seelisberg, wo ich zur Schule ging und aufs Rütli, wo ich einen Teil der Kindheit verbrachte. Als sich per Zufall die Möglichkeit ergab, eine eigene Praxis in Seelisberg zu eröffnen, musste ich nicht lange überlegen», erklärt sie ihren Start in Seelisberg.

Die Möglichkeit von klassischen Massagen, einer Fussreflexzonenmassage oder einer manuellen Lymphdrainage im Ort zu erhalten, stiess in Seelisberg schnell auf grosses Interesse, vor allem da Andrea Infanger von der Jugendzeit her bekannt war. Nach kurzer Zeit hatte sich eine Stammkundschaft aufgebaut, wozu auch noch Gäste aus den Hotels und Ferienwohnungen kommen. «Die Klienten verteilen sich aufgrund ihrer Berufe über den ganzen Tag, am Vormittag kommen zum Beispiel Bäuerinnen, am Nachmittag Senioren und am Abend Personen, welche tagsüber auswärts arbeiten», weiss Andrea Infanger zu berichten. So füllt sich ihre Agenda immer wieder von Neuem, da viele Klienten eine Massage als Vorbeugung immer wieder in Anspruch nehmen.

«Eine neue Welt eröffnet»

Die bald 60-Jährige hat bei den SBB als Betriebssekretärin gestartet und an verschiedenen Bahnhöfen in der Schweiz gearbeitet. Bis heute ist sie noch als Gästebegleiterin am Stanserhorn an einigen Tagen im Monat im Einsatz. Als die Kinder klein waren, hat sie verschiedene Kurse für Massage besucht und sich irgendwann entschieden, dies als Beruf zu wählen. Sie schwärmt von ihrem Beruf:

«Zu erfahren, wie der Körper arbeitet, hat mich nicht nur sehr fasziniert. Es hat mir auch eine neue Welt eröffnet.»

Bei ihren Klienten ist sie jedes Mal auf der Suche nach dem effizientesten Weg zum Lösen von Schmerzen und Problemen. Ein Weg, der ihr oft der Körper der Klienten selbst aufzeigt. «Über die Füsse erhalte ich Kontakt zu den Organen im Körper. Ein vorsichtiger Umgang ist Voraussetzung für die Anwendung der richtigen Massage», erzählt Infanger aus ihrer langjährigen Erfahrung und Arbeit an der «Mechanik» des Körpers. «Der Körper gleicht Probleme oft aus und so kann es sein, dass die Ursache nicht da ist, wo der Schmerz am stärksten ist.»

Dank regelmässiger Kurse und Schulungen kann sie die immer grösser werdenden Anforderungen an Sicherheit und Qualität an ihren Beruf erfüllen. Sie lässt sich auch von Zeit zu Zeit selber massieren, da auch ihr Körper das brauche. «Ich freue mich, wenn ich noch viele weitere Jahre mit meinen Massagen den Klienten in Seelisberg helfen darf», hofft Andrea Infanger zu ihrem zehnjährigen Jubiläum.