Radsport
Urner Bikerin Melanie Tresch hört auf

Melanie Tresch war in den letzten Jahren eine der erfolgreichsten Bikerinnen des VMC Silenen/IG Radsport Uri. Ende dieser Saison wird sie mit dem professionellen Bikerennsport aufhören.

Josef Mulle
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Solche Bilder gehören bald der Vergangenheit an: Melanie Tresch als Weltcup-Fahrerin.

Solche Bilder gehören bald der Vergangenheit an: Melanie Tresch als Weltcup-Fahrerin.

Bild: PD

«Der Entschluss, mit dem profimässigen Bikerennsport aufzuhören, ist mir sicher nicht leichtgefallen. Aber die gesundheitlichen Probleme, Verkrampfung der Stimmbänder mit anschliessendem Sauerstoffverlust, dazu noch die vermehrten Asthma-Attacken, verlangten eine entsprechende Auslegeordnung.» In diesem Zusammenhang erwähnte die durchwegs aufgestellte und äusserst trainingsfleissige Sportlerin die einschleichenden Motivationsprobleme, die sie in dieser Form überhaupt nicht kannte. «Es wurde mir auch bewusst, wie viel Training und Aufwand es braucht, um in den Weltcups in der Kategorie U23 nur einigermassen mithalten zu können, geschweige denn nach dem Übertritt ins Lager der Elite-Frauen.»

Die Analyse betreffend Aufwand und Ertrag ergab bei Melanie Tresch, die seit 2014 im Strüby-BIXS-Team unter Vertrag stand, ein ganz klar negatives Ergebnis. Trotzdem war es ein langer Kampf bis zur endgültigen Entscheidung, das Rennrad an den berühmten Nagel zu hängen, und den geliebten Bikesport nur noch hobbymässig zu betreiben. Die ausgebildete Kauffrau, zurzeit bei der Andermatt Swiss Alps AG in Teilzeit angestellt, möchte in Zukunft wieder voll ins Erwerbsleben einsteigen. Daneben ist eine Ausbildung zum Bikeguide geplant, um ihr Wissen und Können an Bike interessierte Menschen weiterzugeben.

Zwei Meisterschaftsmedaillen als Highlights

Die Karriere von Melanie Tresch begann im Trainingszentrum des VMC Silenen im Selderboden, wo sie auch die Trainings der IG Radsport Uri besuchte. Wie ihre Vorbilder Linda und Reto Indergand wechselte mit Melanie Tresch ein weiteres Talent aus Silenen ins Strüby-BIXS-Team, das damals unter der Leitung von Andreas Kurmann erfolgreichste Bike-Team der Zentralschweiz. Die Silenerin hatte denn auch schnell einmal Erfolg, und brachte mit dem Gewinn von zwei Bronzemedaillen (Bike) und einer Silbermedaille (Strasse) an Landesmeisterschaften viel Freude ins Team von Strüby BIXS sowie in den Stammklub, dem VMC Silenen.

«Das waren sicher tolle Erlebnisse, aber das absolute Highlight war natürlich, bei der Heim-WM 2018 auf der Lenzerheide am Start zu stehen. Auch der Gewinn der Bronzemedaille an der Schweizer Meisterschaft in Andermatt zählt zu meinen Karrierehöhepunkten.» Trotz dieser Erfolge vergass Melanie Tresch nie ihre sportlichen Wurzeln, was sie mit der regelmässigen Teilnahme an den Abendrennen um den EWA Cup im Plattischachen Amsteg dokumentierte und damit auch eine Vorbildfunktion beim jüngsten IG Nachwuchs übernahm. Diesem möchte sie auch auf den Weg geben, den Sport mit Freude zu betreiben, Spass zu haben, auch wenn es einmal nicht so laufen sollte, wie man sich das wünscht.

Ihre nun gewonnene Freizeit wird Melanie Tresch nutzen, vermehrt ihren Hobbys, dem Bergsteigen, Klettern, Skitouren und Langlauf, nachzugehen. «Abschliessend möchte ich allen ganz herzlich danken, die mich in irgendeiner Form unterstützt haben, insbesondere meiner Familie, dem Team und meinen Sponsoren.»