Schattdorf
Die Musik lebt auch von Pausen: Der Cäcilienverein blickt auf ein herausforderndes Jahr zurück

Dank Kreativität und Spontanität hat der Kirchenchor ein Jahr mit eingeschränktem Vereinsleben gemeistert.

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Ruth Arnold dankt dem Vorstand des Cäcilienvereins.

Ruth Arnold dankt dem Vorstand des Cäcilienvereins.

Bild: PD

Dass der Abend jeweils mit einem Lied eröffnet und vor der Generalversammlung ein Nachtessen serviert wird, hat sich bewährt: Diese Tradition wurde auch am Freitag, 19. November 2021, bei der 107. Generalversammlung des Cäcilienvereins Schattdorf nicht gebrochen.

Proben reduzierten sich auf die Hälfte

Im vergangenen Vereinsjahr habe der Kirchenchor Schattdorf nur drei Mal auftreten können, schreibt der Verein in seiner Mitteilung. Die Anzahl Proben reduzierte sich auf rund die Hälfte eines normalen Vereinsjahrs – das alles wegen Corona. Dass die Gesangsvereine wegen des Virus stark eingeschränkt sind, liege auf der Hand. Umso dankbarer war die Präsidentin Ruth Arnold darüber, dass das abgeschlossene Vereinsjahr so gut gemeistert werden konnte. Die immer wieder angepassten Schutzkonzepte, die kreativen Veränderungen bei den Proben und Anlässen und der mehrmalige Wechsel der Probelokalitäten hätten das Vereinsleben in eingeschränktem Mass ermöglicht und es sei somit zu keinerlei Zwischenfällen gekommen, schreibt der Verein.

Da die Generalversammlung im November 2020 ordentlich durchgeführt wurde, mussten keine Geschäfte nachgeholt werden. Die üblichen Traktanden konnten speditiv bearbeitet werden. Rechnung und Budget schliessen beide mit einem Defizit ab, was im Moment noch vom Vermögen verkraftet werde. Neu in die Musikkommission gewählt wurde Ursi Schmidt als Ersatz für unser verstorbenes Mitglied Margrit Zgraggen-Loup. Austritte gibt es keine, Neuzugänge gab es leider auch nicht.

Die Präsidentin gratuliert Romy Riedl und Ernst Gisler zum 30-Jahr-Jubiläum.

Die Präsidentin gratuliert Romy Riedl und Ernst Gisler zum 30-Jahr-Jubiläum.

Bild: PD

Zwei Vereinsmitglieder konnten dafür ihr 30-jähriges Mitwirken im Verein feiern: Romy Riedl-Mathys und Ernst Gisler-Arnold. Beide Ehrungen wurden auch beim Kirchenmusikverband Uri zur Kenntnis genommen. So gratulierte der Jubilarin und dem Jubilaren nebst der Vereinspräsidentin Ruth Arnold auch Ursi Gerig vom Kirchmusikverband und überbrachte ihnen Geschenke. Ernst Gisler liess es sich nicht nehmen, als Spätberufener, eine kurze Rückschau auf seine Gesangskarriere beim Cäcilienverein Schattdorf zu halten. Singen scheint jung zu halten: Ernst Gisler zählt immerhin 86 Jahre.

Erster Auftritt war an der Chilbi im Sommer

Die Präsidentin blickte in ihrem Bericht dankbar auf das vergangene Vereinsjahr zurück. Zu den Highlights gehörte zweifellos der Auftritt an der Chilbi im August 2021 nach mehreren Monaten Zwangspause. Im September führte uns die eintägige Vereinsreise ins KKL, nach Luthernbad, ins Städli Sursee und weiter zur Vogelwarte Sempach. Dass der Verein sich mit der Schubertmesse im September nachträglich vom verstorbenen Aktivmitglied Margrit Zgraggen-Loup verabschieden konnte, habe ihren engagierten Einsatz für den Cäcilienverein während 56 Jahren würdigen können.

Spezielle Zeiten fordern spezielle Ideen. So sorgte dieses Jahr der Weihnachts- und Ostergruss für gute Laune unter den Mitgliedern, statt wie in den vergangenen Jahren das gemeinsame Singen. Ruth Arnold hoffe aber auf eine Zukunft, welche die Stimmen des Vereins nicht verstummen lasse. Dass in der Musik aber auch Pausen eine wichtige Rolle spielen, zeigte die Chorleiterin Eve Kopli Scheiber mit ihrem Bericht vielseitig auf. Was aber passiert, wenn eine Pause von unbekannter Dauer ist, darüber konnte nur spekuliert werden.

Nachdem das letzte Vereinsjahr mit einer langen Pause begonnen hatte, war die Chorleiterin gespannt darauf, wie die Stimmen bei der ersten Probe am 18. Mai 2021 tönen. Sie waren wieder da, die Soprane, Tenöre, Alt- und Passstimmen und die Chorleiterin führte die 21 aktiven Mitglieder behutsam und gezielt zum ersten Auftritt an der Chilbi im August 2021. Wie Mitglied Paul Gisler-Schürch, als Stimme aus dem Volk, es ganz treffend beschrieben habe, bringe es die Chorleiterin immer wieder fertig, die Mitglieder zu begeistern und sie mit ihrer Professionalität zu gelungenen Auftritten zu führen. (mah)