Spiringen
Regierung soll Kreditvorlage für geplante Kunsteisbahn liefern

Céline Huber (CVP/Mitte, Altdorf) reicht im Landrat ein Postulat zum Projekt Kunsteisbahn im Holzboden ein. Sie will wissen, wie der Kanton das Vorhaben mitfinanziert. Im Vorstoss stellt sie die zwei Varianten mit und ohne Bedachung der Kunsteisbahn einander gegenüber.

Anian Heierli
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In Spiringen beim Holzboden soll ein langersehnter Traum für die Urner Jugend in Erfüllung gehen – eine Kunsteisbahn. Denn das heutige Natureisfeld bietet nicht immer fahrbare Bedingungen. An wärmeren Wintertagen kann ein Betrieb heute nicht sichergestellt werden.

Frühstens auf die Saison 2024/2025 soll die neue Eisbahn realisiert werden. Doch dazu sind 4 bis 6 Millionen Franken nötig, ein ambitiöses Projekt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der aktuelle Planungsstand eine Variante ohne Bedachung vorsieht, man gleichzeitig aber auch die Planung einer Variante mit Bedachung konzipiert hat. Gemein ist beiden Optionen, dass eine nachhaltige wirtschaftliche Tragbarkeit angestrebt wird.

Céline Huber (CVP/Mitte, Altdorf) setzt sich für den Bau der Kunsteisbahn in Spiringen ein.

Céline Huber (CVP/Mitte, Altdorf) setzt sich für den Bau der Kunsteisbahn in Spiringen ein.

Bild: Anian Heierli (Altdorf, 17. November 2021)

Die Finanzierung der Anlage ist auf mehrere Säulen abgestützt. 2,5 bis 5 Millionen Franken sollen von der öffentlichen Hand kommen. Dazu zählen der Kanton, NRP-Gelder, Sportfond, Gemeinde und Korporation. Rund 1,5 Millionen sollen in Eigenleistung durch die Genossenschaft Kunsteisbahn Holzboden erbracht werden, die für die Realisierung des Projekts aktuell gegründet wird.

Nun reichte Céline Huber (CVP/Mitte, Altdorf) als Erstunterzeichnerin ein Postulat zur geplanten Kunsteisbahn ein. Das Ziel: Der Regierungsrat soll eine Kreditvorlage für das Projekt Kunsteisbahn Holzboden prüfen. Darin sollen verschiedene Varianten unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit und der Sicherstellung einer nachhaltigen Finanzierung evaluiert werden. Ebenso ist gemäss Huber die höchstmögliche Ausschöpfung der kantonalen Finanzierungshilfen über das Wirtschaftsförderungsgesetz mit der neuen Regionalpolitik (NRP) sowie der Sportverordnung sicherzustellen. Das Postulat wird breit unterstützt. Fünf Landräte der Parteien SP, CVP, FDP und SVP haben das Postulat mitunterzeichnet.

Diese Visualisierung zeigt die Kunsteisbahn im Holzboden.

Diese Visualisierung zeigt die Kunsteisbahn im Holzboden.

Bild: pd

Als Huber ihr Postulat vorstellte, ging sie vertieft auf die Varianten mit und ohne Dach ein. «Eine Variante ohne Bedachung der Kunsteisbahn, ermöglicht in Kombination mit einer multifunktionalen Sommer-Sportanlage, die Nutzung der Infrastruktur durch die Schule Schächental sowie durch andere Sportvereine des Kantons Uri», erklärte sie. Mit einem Winter- und Sommerbetrieb solle die Multisportanlage nachhaltig betrieben werden und ein ganzjähriges Angebot sichergestellt werden. Gemäss Huber besteht bei einer bedachten Kunsteisbahn dagegen die Möglichkeit, den Eissport zeitlich früher zu starten. Davon würden vor allem Eishockeyvereine profitieren. Allenfalls könnten Trainingsmöglichkeiten sogar für ausserkantonale Vereine ausgebaut werden. Heute hat man sich absichtlich noch auf keine Variante festgelegt. Huber dazu: «Den Bedürfnissen des Kantons in der Folgeplanung soll so weit wie möglich entsprochen werden.» Für sie ist klar:

«Mit einer Investition in dieses Projekt unterstützt der Kanton eine strukturschwächere Region in ihrer regionalwirtschaftlichen Entwicklung und demonstriert, dass auch Randregionen in ihrem touristischen Potenzial gefördert werden.»

Aus ihrer Sicht würde sich das zusätzliche Winterangebot optimal in das Ski- und Wandergebiet Schächental eingliedern. Diese touristische Aufwertung des Talkessels und des Schächentals hätte gemäss der Postulantin eine überregionale Bedeutung und würde über die Kantonsgrenze hinaus eine touristische Ausstrahlung erzielen. «Im Weiteren bietet sie dem EHC Uri und weiteren Vereinen im eigenen Kanton entsprechende Trainings- und Spielmöglichkeiten», so Huber. Damit würden der Urner Jugend langfristige Perspektiven für Eissportarten wie Hockey, Kunsteislaufen, Eisstockschiessen oder Curling geboten. Sie betont: «Die topografische Lage im Holzboden Spiringen ist ideal und die Erschliessung mit Auto und ÖV-Bushaltestelle ist gegeben.»