Wirtschaft
Globale Krisenherde belasten Urner Carunternehmen

Ob die Coronapandemie oder aktuell der Ukraine-Konflikt: Die vielen globalen Krisen sind Gift für die Wirtschaft. Auch die Reisebranche ist betroffen.

Christian Tschümperlin
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Die Tage werden wärmer, die Nächte kürzer, der Frühling hat begonnen. Im April steht Ostern an. Die Buchungen für Carreisen müssten also auch in Uri durch die Decke schiessen. Doch beim Urner Reisecarunternehmen Zgraggen Car herrscht nach wie vor Ernüchterung: «Eine zunehmende Tendenz ist zwar spürbar, aber noch weit davon entfernt, was vor Corona war», sagt Firmeninhaber René Zgraggen.

Die Buchungen für Carreisen bei Zgraggen Car nehmen nur langsam zu.

Die Buchungen für Carreisen bei Zgraggen Car nehmen nur langsam zu.

Bild: PD
«Es herrscht bei unseren Gästen immer noch sehr viel Verunsicherung und zudem sind die Coronamassnahmen leider noch nicht in allen Ländern ausgelaufen.»

Die Erholung nach der Coronapandemie geht also nur zögerlich voran. «Wir gehen davon aus, dass es zwei bis drei Jahre dauern wird, bis wir wieder den Buchungsstand von 2019 erreichen», so Zgraggen. Seit Ausbruch der Krise sind die Umsätze bei Zgraggen Car um 60 Prozent oder 2,5 Millionen Franken eingebrochen. Man hat Kurzarbeit beantragt, die noch immer fortbesteht, Fixkosten reduziert und nicht dringende Investitionen aufgeschoben. Beim Urner Carreiseunternehmen arbeiten zehn festangestellte Personen, die unter anderem sechs Reisebusse mit 22 bis 85 Sitzplätzen bewirtschaften.

Ukraine-Krise belastet die Carunternehmen

Angesichts der laufenden Entwicklungen rund um die Ukraine-Krise bleibt der Trend ungewiss. «Man verspürt grosse Unsicherheit unter unseren Gästen. Auslandsreisen sind vermutlich mit Angst- und Unsicherheitsgefühlen verbunden und so bleibt man lieber zu Hause und wartet noch zu», klagt Zgraggen. Für die Zukunft hofft er: «Dass die Welt wieder ein bisschen normaler und alles wieder planbarer wird und wir dann mit unseren tollen Gästen viele erlebnisreiche Reisen in Europa unternehmen können.»

Die Ukraine-Krise schlägt aber nicht nur aufs Gemüt, auch beim Diesel und Benzin sorgen die Rekordpreise derzeit für Schlagzeilen. Zumindest für die Kunden der Auto AG Uri kann aber bei den Ticketpreisen für den Moment Entwarnung gegeben werden: «Wir sichern jeweils einige Tankzüge mit Diesel im Voraus ab. Somit betreffen uns die hohen Treibstoffpreise noch nicht», sagt Geschäftsführer Reto Marzer. Die Auto AG Uri ist also nicht von dem Preisanstieg betroffen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt. Noch nicht. «Sollte die Krise länger andauern, so wären auch wir betroffen, weil wir zu marktüblichen Preisen bestellen müssten.»