Uri
Sexuelle Gewalt in Uri: Kampagne stellt Prävention in den Fokus

Die Präventionskampagne thematisiert sexuelle Gewalt unter Jugendlichen – und unterstützt sie, die gegenseitigen Grenzen zu respektieren. Ab dem 6. September besuchen die Urner Oberstufenklassen die Wanderausstellung.

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Übergriffe und sexuelle Gewalt unter Jugendlichen nehmen zu. Darauf weisen verschiedene Untersuchungen hin, schreibt die Bildungs- und Kulturdirektion des Kantons Uri. Erziehungsberechtigte und Lehrpersonen werden dementsprechend vermehrt mit Problemsituationen konfrontiert, in denen Jugendliche die gegenseitigen Grenzen nicht einhalten oder die sexuelle Integrität missachten. Rund drei Viertel der betroffenen Schülerinnen und Schüler erfahren sexuellen Missbrauch durch ihnen bekannte Jugendliche unter 18 Jahren. Knapp 10 Prozent der Jungen und 28 Prozent der Mädchen seien zudem schon über digitale Medien sexuell belästigt worden.

Sexuelle Übergriffe unter Jugendlichen sind also ein ernst zu nehmendes Thema, heisst es in der Mitteilung weiter – es wird aber oft tabuisiert. Deshalb setzt sich die Fachstelle Kinderschutz und der Schulpsychologische Dienst für Prävention ein. Nach der erfolgreichen Kampagne «ich säg, was lauft!», die 2018 und 2020 durchgeführt worden ist, setzen sie nun das Nachfolgeprojekt «Love Limits» um. Die interaktive Wanderausstellung wird zwischen dem 6. und 29. September von sämtlichen Urner 2. und 3. Oberstufenklassen besucht.

Ausstellung sensibilisiert Jugendliche, Lehrpersonen und Eltern

Im Mittelpunkt der Kampagne steht die Prävention. Die Ausstellung unterstützt Jugendliche durch eine aktive Auseinandersetzung, sich unter Gleichaltrigen, in Beziehungen sowie bei Trennungen achtsam und respektvoll zu verhalten. Konkret werden folgende Aspekte thematisiert: sich selber treu bleiben, eigene Gefühle und Bedürfnisse ernst nehmen, Rechte und Pflichten kennen, verantwortungsbewusst handeln, gegenseitige Grenzen respektieren und Hilfe holen.

Entwickelt wurde die Ausstellung gemeinsam vom Didaktischen Zentrum Rapperswil‐Jona, dem Kinderschutzzentrum St.Gallen und dem Amt für Soziales des Kantons St.Gallen. Sie trägt auch bei Lehrpersonen und Eltern zur Sensibilisierung gegenüber sexueller Gewalt unter Jugendlichen bei. Als Ergänzung finden am 5. und 14. September zwei Elternabende statt, jeweils um 19 Uhr im Prüfungssaal der Kantonalen Mittelschule Uri in Altdorf. (cn)

Weitere Informationen gibt es hier.