Uri
Palliative Care: Selbstbestimmung der Patientinnen soll gestärkt werden

Der kantonale Palliative-Care-Behandlungs- und Therapieplan regelt künftig die palliative Behandlung und soll den Informationsfluss zwischen den Beteiligten vereinfachen. Am 8. September findet in Altdorf eine Informationsveranstaltung inklusive Filmvorführung statt.

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Wer schwer oder unheilbar krank ist, soll die Behandlung mitbestimmen und die eigenen Werte und Wünsche einfliessen lassen können. Das schreibt die Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektion Uri. Deshalb ist im Rahmen der Umsetzung des «Aktionsplans Palliative Care Uri 2020 bis 2023» ein kantonaler Palliative-Care-Behandlungs- und Therapieplan erarbeitet worden. Denn eine frühzeitige und gute Planung erleichtere nicht nur Betroffenen, sondern auch deren Angehörigen die Situation.

Der Behandlungs- und Therapieplan werde künftig in allen Institutionen, Organisationen und von Fachpersonen, die in einem palliativen Behandlungssetting eine Rolle haben, verbindlich angewendet. Der Plan sei ein Instrument für die behandelnden Fachpersonen und werde zusammen mit den Patientinnen und Patienten ausgefüllt und bei Bedarf aktualisiert. Es komme dann zur Anwendung, wenn eine palliative Behandlung startet.

Frühzeitige Auseinandersetzung fördern

«Dieses standardisierte Instrument schafft Klarheit, Transparenz und Orientierung», wird Kantonsarzt Dr. med. Jürg Bollhalder in der Mitteilung zitiert. Denn palliative Situationen würden schnell anspruchsvoll und Entscheidungen müssten manchmal unter Zeitdruck gefällt werden. Eine frühzeitige Auseinandersetzung ermögliche allen Beteiligten, mit Schwierigkeiten und Fragen am Ende des Lebens zielführend und im Sinne der Patientinnen und Patienten umzugehen.

Das Ziel sei, die Selbstbestimmung der Patientin oder des Patienten zu stärken und den Informationsfluss zwischen den verschiedenen Beteiligten zu vereinfachen. «Daher ist es zentral, den Behandlungs- und Therapieplan im Dialog zusammen mit den Patientinnen und Patienten und den involvierten Fachpersonen auszufüllen», wird Bollhalder weiter zitiert.

Palliative Care umfasst die Betreuung und die Behandlung von Menschen mit unheilbaren oder chronisch fortschreitenden Krankheiten und schliesst die Begleitung der Angehörigen mit ein. Sie hat zum Ziel, den Betroffenen bis zum Lebensende eine möglichst gute Lebensqualität zu ermöglichen, Leiden zu lindern und diese, soweit möglich, vorausschauend zu vermeiden. Der kantonale Behandlungs- und Therapieplan wurde von der Steuergruppe Palliativ Care Uri in Zusammenarbeit mit Dr. med. Claudia Niewenhuys, Leitender Ärztin Innere Medizin des Kantonsspitals Uri, und Dr. med. Beat Müller, Leitendem Arzt Palliativmedizin des Luzerner Kantonsspitals, erarbeitet. (cn)

Kinofilm «Drii Winter»

Die Steuergruppe Palliative Care Uri lädt die Bevölkerung zu einer Informationsveranstaltung am 8. September ein. Um 17 Uhr wird im Cinema Leuzinger in Altdorf der Film «Drii Winter» gezeigt, der thematisiert, wie ein Paar im Bergdorf Isenthal mit einer unheilbaren Diagnose umgeht. Anschliessend findet ein Podiumsgespräch unter Fachexperten der Palliative Care statt, das mit einem Grusswort von Gesundheitsdirektor Christian Arnold eingeleitet wird. Am Podium nehmen Dr. med. Georg Mang, Chefarzt Innere Medizin am Kantonsspital Uri, Michèle Brand, Filmprotagonistin, Josef Kuzar, Spitalseelsorger, sowie Pflegefachpersonen der Spitex Uri teil. Moderiert wird das Podium von Sabine Arnold, Fachjournalistin für den Bereich Palliative Care. Für Besuchende des gesamten Programms ist der Kinoeintritt vergünstigt. Es ist auch möglich, nur am Podiumsgespräch (ab zirka 19.45 Uhr) teilzunehmen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. (cn)