Vernehmlassung
Keine Schneehühner und Schneehasen mehr vor der Flinte: Der Kanton Uri revidiert die Jagdverordnung

Aufgrund von Anpassungen auf eidgenössischer Ebene hat der Regierungsrat die Urner Jagdverordnung revidieren lassen. Ein entsprechender Vorschlag geht nun in die Vernehmlassung.

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Durch die Anpassungen im eidgenössischen Jagdgesetz und in der eidgenössischen Jagdverordnung muss auf kantonaler Ebene die entsprechende Verordnung angepasst werden. Dafür wurde eine Begleitgruppe mit Vertretungen der Korporation Uri, der Jägervereine, des Bauernverbands Uri, des Urner Umweltrats, der Sicherheitsdirektion und Wald Uri eingesetzt. Die Revision wird nun ins Vernehmlassungsverfahren geschickt, das bis zum 30. November dauert.

Bei der Revision werden Lücken und Mängel im Vollzug behoben und den veränderten Rahmenbedingungen bei der Ausübung der Jagd Rechnung getragen. Die Grundsätze der Urner Jagdverordnung werden dabei nicht in Frage gestellt, da mit den geltenden Bestimmungen gute Erfahrungen gemacht worden seien, wie es in einer Mitteilung der Staatskanzlei heisst.

Grossraubtier-Initiative wird aufgenommen

Die Revision betrifft gemäss Mitteilung mehrere Bereiche. So wird der Auftrag der im Jahr 2019 vom Urner Stimmvolk angenommenen Initiative zum Schutz vor Grossraubtieren und zur Regulierung des Bestands neu in der Verordnung aufgenommen. Ausserdem soll die Jagd auf Schneehühner und Schneehasen nicht mehr durchgeführt werden, da der Hauptlebensraum dieser Tierarten immer kleiner wird, wie die Staatskanzlei schreibt.

Daneben werden in der revidierten Jagdverordnung die Ausschlussgründe für die Erlangung des Jagdpatents klarer geordnet und auf das geltende Strafgesetzbuch angepasst. Es werden der schweizweit geltende Treffsicherheitsnachweis abgebildet und der Begriff der Jagdregionen verankert. Ausserdem werden zusätzliche Patentarten eingeführt. Das ermögliche der Jägerin oder dem Jäger eine individuellere Jagd, wie es in der Mitteilung heisst. Gleichzeitig müssen auch die Gebühren für die einzelnen Patentarten neu festgelegt werden.

Anpassungen werden auch bei den Vorschriften zur Jagdausübung, namentlich bei der Ausweispflicht und bei der Strassenbenützung, vorgenommen. Zudem wird die Schalenwildfütterung gesetzlich geregelt. Und mit einer Leinenpflicht für Hunde im Wald und am Waldrand während der Setzzeit im Frühjahr sollen die Jungtiere besser vor lebensbedrohenden Störungen geschützt werden. (nae/eca)