Altdorf
Ausstellung bringt den Besucherinnen und Besuchern das Wiesel näher

Im Mehrzweckraum der Dätwyler Stiftung können sich Interessierte noch bis am 20. Oktober über den Hermelin und das Mauswiesel informieren – Tiere, die zwar klein sind, in denen aber auch grosse Jäger stecken.

Georg Epp
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Petra Meyer freute sich, die Wiesel-Ausstellung in Altdorf offiziell zu eröffnen.

Petra Meyer freute sich, die Wiesel-Ausstellung in Altdorf offiziell zu eröffnen.

Bild: Georg Epp (Altdorf, 29. September 2022)

Das Ziel des WWF ist es, der heimischen Flora und Fauna in der Kulturlandschaft wieder einen Lebensraum zu bieten und ökologisch wertvolle Strukturen zu erhalten und zu erstellen. Der WWF startete deshalb vor gut drei Jahren im Kanton Uri ein Förderprojekt für die beiden Wieselarten Hermelin und Mauswiesel.

Ein Teil dieses Projekts, die Wiesel-Ausstellung im Mehrzweckraum der Dätwyler Stiftung in Altdorf, wurde am Donnerstag eröffnet. Im Namen des WWF Uri, dem knapp 600 Vereinsmitglieder gehören, begrüsste Vorstandsmitglied Marco Planzer eine kleine Gästeschar zur offiziellen Eröffnung. Anschliessend lud Petra Meyer, Biologin und Realisatorin der Ausstellung, zur Führung. Dabei gab es Spannendes zu erfahren.

Wiesel verstecken sich in Ast- und Steinhaufen

So etwa, dass Wiesel – damit sind Hermeline und Mauswiesel gemeint – die kleinsten einheimischen Raubtiere sind. Das Mauswiesel ist sogar das kleinste Raubtier der Welt, wie an der Ausstellung zu erfahren ist. Beide haben sich auf die Jagd auf verschiedene Wühlmausarten spezialisiert. Den Wieseln gemeinsam ist, dass sie ein sehr verborgenes Leben führen. Auf der Jagd nach Mäusen bewegen sie sich vorwiegend unterirdisch in deren Gängen, im Winter auch oft unter der Schneedecke. Und wenn sie sich an der Erdoberfläche aufhalten, nutzen sie jegliche Deckungsmöglichkeit.

Obschon sie nachts und tagsüber aktiv sind, bekommt man sie deshalb auch in Regionen mit gesunden Beständen höchst selten zu Gesicht. Wiesel brauchen Jagdgebiete und in deren Nähe reichlich Verstecke sowie ungestörte Orte zur Erholung und für die Jungenaufzucht. Als Unterschlupf und Versteck eignen sich Ast- und Steinhaufen, Natursteinmauern, Hecken sowie Feld- und Ufergehölze mit Strukturen und halbhoher Vegetation.

Hermelin und Mauswiesel bekommt man nur selten zu Gesicht.

Hermelin und Mauswiesel bekommt man nur selten zu Gesicht.

Bild: Georg Epp (Altdorf, 29. September 2022)

Diese Strukturen dienen nicht nur den Wieselarten, sondern ganz allgemein der Biodiversität. Ast- und Steinhaufen beispielsweise werden unter anderem von Reptilien und Igeln genutzt, während Hecken verschiedenen Vogelarten Lebensraum bieten. Dadurch sind die Wiesel sogenannte Schirmarten, von Massnahmen zu ihrem Schutz profitieren viele andere Tiere und Pflanzen.

Lebensraumförderung für Wiesel und Co im Kanton Uri

Am Schluss der Führung durch die Ausstellung werden die bisher umgesetzten Förderungsmassnahmen für Wiesel und Co im Kanton Uri präsentiert. Deren Ziel ist es, den Lebensraum und die grossräumige Vernetzung der Gebiete zu verbessern, um eine gesunde Population der beiden heimischen Wieselarten Hermelin und Mauswiesel in der Kulturlandschaft langfristig sicherzustellen. Bisher konnten in Flüelen, am Reussdelta, in Attinghausen und in Schattdorf ökologische Strukturen errichtet werden. Einmal im Jahr werden in vier Gebieten Holzspurentunnels ausgelegt und regelmässig kontrolliert. Diese Spureneinlagen werden eingesammelt und im Monitoring ausgewertet.

Anhand von Tierpräparaten, Infotafeln und Filmsequenzen wird das Wissen über Mauswiesel und das Hermelin sowie die anderen einheimischen Marderarten, den Dachs, den Iltis oder Fischotter vermittelt. Am Samstag, 1. Oktober, 14 Uhr, gibt’s zusätzlich eine Vernissage zum Kinderbuch «Unterwegs mit Hermelin Herbi».

Die Ausstellung ist bis 20. Oktober jeweils mittwochs von 14 bis 18, freitags von 14 bis 20 und samstags von 9 bis 14 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist gratis, eine Kollekte wird erhoben. Es werden auch Führungen für Schulklassen gratis angeboten. Infos dazu bei WWF Uri, Petra Meyer, petra.meyer@wwf.ch, 041 417 07 29, www.wwf-zentral.ch